Wir sind mal wieder ein Etappenziel weiter. Seit heute mittag haben wir die peruanische Grenze passiert und weilen in Puno an der peruanischen Seite des Titikakasees.
Eigentlich wollten wir schon gestern von Copacabana mit dem Bus nach Puno reisen. Wir sind dann auch mittags mit einem Taxis zu dem nahe gelegenen Grenzort gefahren um dort nach den ganzen Formalitaeten auf der peruanischen Seite einen Bus zur weiterfahrt zu suchen. Am Grenzort angekommen schmunzelten die bolivianischen Beamten leicht als wir um den Ausreisestempel baten. In der grossen Teilen Perus fuhr gestern kein Bus, da kollektiv Gestreikt wurde. Mit einer fanzoesischen Familie fuhren wir dann wieder zurueck nach Copacabana um genoetigter Weise noch eine Nacht dort zu verbringen. Die politische Lage ist in Peru ist seit ein paar Monaten ziemlich zugespitzt. Erst setzte der Praesident zwei Gesetzte ausser Kraft die das Amazonasgebiet vor zu viel Rodung und Landwirtschaft schuetzten. Da insbesondere das Amazonasgebiet der Lebensraum, vieler indigener Voelker ist, die teilweisse vollkommen abgeschnitten Leben, protestierten viele Menschen in Form von u.a. Strassensperren gegen das Gesetz. Nach rund 2 Monaten Protest und zahlreichen Toten setzte die Regierung die beiden Gesetze wieder in Kraft was zu einer voruebergehenden Entspannung der Lage fuehrte. Wir waren aeussert erfreut ueber diese Nachrichten, nicht nur weil der peruanische Praesident, neben zahlreichen Beleidigungen der indigenen Bevoelkerung gegenueber hier ziemlich Schlecht gehandelt hat, sondern auch weil wir immer wieder von anderen Reisenden, die uns entgegen kamen gehoert haben, dass diese durch die vielen Streiks und Strassensperren oft mehrere Tage in Ortschaften festsassen. Dementsprechend gingen wir davon aus, dass die Lage in Peru zwar noch nicht wieder ganz in Butter war, aber wir ohne Probleme reisen konnten.
Nun kam, wie wir gestern erfahren haben neuer politischer Zuendstoff hinzu. Vor wenigen Tagen hat die peruanische Regierung einer Mineraloelfirma erlaubt im Amazonasgebiet an einigen Orten nach Oel zu bohren. Das wiederrum bedroht die Existenz einiger inigender Staemme, da durch dass bohren nach Erdoel leicht z.B. das dortige Wasser versaeucht werden kann, von dem die Menschen natuerlich abhaenig sind. Auch gibt es einige Staemme die ohne Kontakt zu der westlichen Welt leben und fuer die mit einem derart drastischen Einriff in ihren Lebensraum die Gefahr von Krankheiten die sie bis jetzt nicht kennen und nicht Immun gegen sind enorm vergroessert wuerde. Diese neuen Ereignisse haben nun gestern zu ausfuehrlichen Protesten gefuhrt, so das kein Bus fuhr. Heute fuhren zum Glueck wieder Busse, doch waren teilweisse auf den Strassen noch zahlreiche Steine die gestern wohl als Strassensperre gedient haben zu sehen.
Mal sehen wie das so weiter geht, aber eigentlich kann nicht mehr passieren, als das wir mal unfreiwillig festsitzten. Ich finde es gut, dass wir soetwas auch mal an der eigenen Haut erfahren und somit eine direkte Verbindung dazu bekommen. Denn es ist fuer mich ein rieser Unterschied, ob ich mich dieser Sache erlebend Gegenueberstelle oder ob ich es ohne Bezug den Nachrichten entnehme.
Donnerstag, 2. Juli 2009
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