Sao Paulo ist von Deutschland um die 10.000 Km entfernt, trotzdem ist Deutschland fuer uns selbst hier greifbar nah: Wir treffen Zivildienstleistende und FSJler aus Wuppertal, Wetter und Dortmund, einen Schauspieler und Theaterpaedagogen aus Dortmund der in Witten mit der "Projektfabrik" gearbeitet hat und in der Waldorfschule haengen Flyer von "Theater Total" aus Bochum.
Die Waldorfschule gestalltete sich im aeusseren sehr schoen, jedoch ist sie hier eine klare Schule fuer Kinder der Oberschicht deren Eltern die Schule eher weniger aus gruenden der Waldorfpaedargogik gewaehlt haben als das sie eine Privatschule ist und somit irgendwie besser sein muss als die oeffentlichen Schulen. Somit ist die Schule komplett Eingezaeunt und wir von einem Portier bewacht, der jeden kontrolliert der raus und rein moechte.
Aehnlich gestalltet sich Stadtviertel um die Schule. Hohe Mauern die von Natodraht Kameras und Bewegungsmelder geziert werden, dahinter bellenen Hunde und Portiers, hinter verspiegelten Scheiben sitztend ueberwachen das Ganze. Hinter all dem verbergen sich, oftmal von der Strasse gar nicht erkennbar die Villen der neureichen Oberschicht Sao Paulos.
Es gibt eine Flut an kleinen Arbeitsplaetzen, so sind an jeder Tankstelle, an jeder Zapfsaeule Menschen die Tanken, Scheibenputzten und den Oelstand kontrollieren. An jeder Kasse im Supermarkt tueten Menschen die Einkaeufe in kleine Plastiktueten ein, auf Fahrraeder werden diese dann teilweise zum Kunden gefahren. In bestimmten Vierteln sitzten Menschen in oder vor ca. 3 Quadratmeter grossen Huettchen und bewachen die Strassen. Auf den Gehwegen der Innenstadt stehen immer wieder Leute, die ein Werbeplakat umhaben und so den ganzen Tag als eigentlich lebendige, aber stetig stehende oder sitzende Litfassseule arbeiten.
Sympathisch sind die kleinen, offenen Eckkneipen die von oben bis unten mit weissen Karreln Ggefliesst sind und aus einer Jukebox brasilianische Musik hallt. Vor und in der Kneipe spielt sich das Leben ab, es wird zusammen getrunken, diskutiert und auch mal lauthals gesungen.
Der Verkehr ist ein einziges Chaos. Morgends und am spaeten Nachmittag geht nichts mehr, da das Metronetz viel zu lueckenhaft ist fahren fuer die Strasssen viel zu viele Autos. Jeder der es sich irgendwie leisten kann hat ein Auto. Es wird gehupt ohne Ende, doch es wirft einem keiner beim Ueberholen einen boessen Blick zu.
Von den Hochhaeusern des Zentrums reicht der Blick weit ueber die Haeuserdaecher, erreicht aber niemals ein Ende dieser 20 Millionen Einwohner Stadt.
Donnerstag, 11. Juni 2009
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Liebe Linnet,
AntwortenLöschenich habe Eure Berichte gelesen, Ihr habt ja schon sehr viel gesehen und erlebt. Weiterhin Euch alles Gute und schöne Erlebnisse. Kommt gesund wieder zurück.
Liebe Grüße
Sabine W.