Mit einigen anderen Backpackern checkten wir in in Corumba in einem ziemlich einfachen Hostel ein, um am naechsten Tag die Grenze anch Bolivien zu passieren. Frueh morgens am 08.06. machten wir uns auf zum Busbahnhof um dort unseren Ausreisestempel zu bekommen, mit dem Taxi ging es dann zu der wenige Kilometer entfernten Grenze. Dort angekommen, standen erstmal die Zollformalitaeten an. Nachdem wir saemtlcihe Angaben zu unserer person und den Reisegruenden gemacht hatten, gabts von dem stets grimmip schauenden grenzbeamten den Einreistempel fuer 30 Tage. Leider hatten Linnet und Ich so gut wie keine Reals mehr, so dass wir auf der bolivianischen Seite der Grenze unbedingt eine Bank finden mussten um das Zugticket nach Santa Cruz bezahlen zu koennen. Zunaehst begegneten uns in dem ziemlich kleinen Grenzort aber nur Scharen von Geldwechslern, aber keine Bank. Eigentlich finde ich hat diese Situaion etwas, man ist irgendwo an der brasilianisch-bolivianischen Grenze, laeuft mit Rucksack auf dem Ruecken durch irgendwelche staubigen, treckigen Strassen, schlaengelt sich zwischen stinkenden und stetig hupenden Autos entlang, immer wieder rennt ein Hund einem an den Fuessen vorbei und die Laeute am Strassenrand starren einen an. Die erste Bank war gefunden, doch akzeptierte sie nur VISA-Karten. Die Suche musste also weiter gehen, nach einigem Durchfragen tauchte schliesslich eine weitere Bank auf, die unsere Karten akzeptierte.
Am Bahnhof angekommen, oeffnete recht bald der Schalter. Wir kauften die Tickets, es gab nur noch erste Klasse, was dann 115 Bolivinos (ca. 11 Euro) fuer 20 Stunden Zugfahrt und geschaetzte 600 Kilometer machte. In der Mittagshitze gings los. Der Zug hat den Stitznahmen "Todeszug" was aber mittlerweile nicht mehr so ganz zutrifft. Mit ueberschaubaren 50 KmH Maximalgeschwindigkeit schlengelte sich der Zug durch eine ziemlich unbesiedelte Landschaft. Doch immer wenn die stetig nach rechts und links schwankenden Waggons an hielten, stieg eine riesige Anzahl an Frauen und Kindern, die gebratene Fleischspiesse, Reisschalen, Broetchen, Kaffe, Obstnetze und Coca Cola verkauften zu. Das machte die Zugfahrt fuer ein paar Minuten immer sehr lebendig. Die mehr als durchgesessenen Stitze liesen sich netter weisse nach hinten Klappen. Am Fenster sitzend konnte man dazu die Fuesse aus dem Fenster strecken und dann in dieser halbwegs gequemen Position die Landschaft betrachten. Ab und zu standen ein paar Haeuser an der Strecke, ansonsten erstreckte sich ein flaches, teilweise kultiviertes Land.
Als es draussen vollkommen Dunkel war, haette eigentlich die Belaeuchtung in Zug anspringen muessen, doch diese Funktionierte nicht auf Anhieb, so tuckerten wir fuer eine weile ohne Licht durch die dunkle Landschaft.
Eigentlich hatten wir uns auf 24 Stunden Zugfahrt eingestellt und waren somit aeusserst ueberraschft, als wir am naechsten morgen nach bereits 20 Stunden Fahrt in Santa Cruz ankamen. Ploetzlich musste es schnell gehen, alle Sachen zusammensuchen und Raus. Auf dem Bahnsteig konnten wir dann noch von einem Wachmann angetrieben alle Sachen wieder verpacken und machten uns dann mit den anderen Backpackern auf ein Hostel fuer die naechsten Tage zu finden.
In einer recht schmucken Herberge, zwei Blocks vom Plaza, dem Stadtzentrum entfernt checken wir noch relativ frueh morgens ein. Die Innenstadt rund um den Plaza, ein grosser Platz mit Baeumen, etwas Gruenflaeche, vielen Sitzbaenken und Schuhputzern besteht aus zahlreichen kleinen Laeden, Eiskaffes und Imbisbuden. Auf den vielen Baenken des Plazas sitzen stetig Laeute unterhalten, trinken einen Kaffe von einem der mobilen Kaffeverkaeufer oder lassen sich die Schuhe putzen. Dieses ziemlich friedliche und gesellige Leben wird in der ganzen Innenstadt von Polizisten und Sicherheitsbeamten, die mit Schlagstoecken am Guertel und teilweise Schrotflinten oder Gewehren um die Schulter tragend, das gesellige Leben bewachen. Warum ist mir schleierhaft. Allerdings ist dieses entspannte Leben rund um den Plaza so nicht ganz representativ fuer die Stadt: In den Seitenstrassen des Plazas liegen immer wieder Menschen in Hauseingeangen oder teilweise auf dem offenen Gehweg und schlafen, Frauen sitzen mit ihren Kindern an den Ecken und betteln um ein paar Bolivianos oder sogar Kinder, die selbst kaum aelter als 6 Jahre sind fragen mit einem Baby auf dem Arm nach Geld.
Nach zwei Tagen in Santa Cruz sind wir fuer 3 Tage nach Samaipata gefahren. Jetzt waren wir gerade noch einmal zwei Tage auf Zwischenstation in Santa Cruz um morgen weiter nach Cochabamba zu fahren.
Dienstag, 16. Juni 2009
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