Montag, 18. Mai 2009

Rio - ein Resume


Rio ist riesig. Und doch klein. Schon ein wenig vertraut. Rio scheint immer beides zu sein: gegensatzgepraegt. Arm und reich. Stadt und Natur. Strand und Strasse. Romantisch und gefaehrlich.

Steht man am Strand und schaut auf die dunstigen, bewaldetet Inseln am Horizont, so verstummen die Grossstadtgeraeusche hinter einem. Man hoert nur noch das Meeresrauschen und vergisst, dass man an einem der beruehmtberuechtigsten Straende der Welt steht: in Rio. Leise und laut. Copacabana und Favela. Fast nebeneinander.


Im Geschaeftszentrum der Stadt begegnet man zwischen Wolkenkratzern einem Gemisch aus Menschenmassen, Staub, Laerm und Abgasen. Ueberall ist wildes Treiben und in engen Seitengassen kann man sich vor herumschwirrenden Strassenhaendlern kaum retten. Im weitlaeufigem, ebenfalls in der Stadt befindlichem Jardim Botanico dagegen kann man im Schatten riesiger tropischer Baeume Natur und Stille geniessen: wunderschoen angelegte Seerosenteiche, Flusslaeufe, Pavillons und herumflatternde Schmetterlinge.


In den Einkaufstrassen von Leblon schlafen obdachlose Menschen auf alten Pappen neben den Eingaengen von Shoppingmalls und Designerlaeden. Ueber all dem scheint die tropische Sonne. Es riecht nach Caipirinha und Parfum. An jeder Ecke befinden sich Saftbars und Staende mit "agua de coco". Unser Lieblingsgeschaeft ist der "Hortifruti", in dem es all die Fruechte gibt, von denen wir nicht wussten, dass sie ueberhaupt existieren. Zum Teil erkennt man einen Joghurt- oder Shampooflavor wieder wie z.B. Maracuja, aber vieles ist kulinarisches Neuland. Selbst das Altbekannte an Obst erscheint neu, frischer und voller Geschmack.

Was ist Rio fuer uns? Wir haben vor allem die schoenen Seiten von Rio kennen gelernt: Leblon, baumgesaeumte Strassen und schoene und imposante Gebaeude. Wohlhabende und schoene Menschen.
Rio wird fuer uns auch immer in Verbindung mit einer freundlichen Familie stehen, die sich liebevoll um uns gekuemmert hat: Charlotte, Edoardo und Rubia (plus das "Goldstueck" der Familie, der Hund). Bisher ist uns fast ueberall Freundlichkeit begegnet: hilfsbereite Menschen auf der Strasse oder im Supermarkt, Busfahrer, Taxifahrer, Hotelportiers. Rio ist fuer uns Kokoswasser am Strand, abenteuerlicher Verkehr, "nao entendo" und "obrigado" ("Ich verstehe nicht" und "danke"), die von uns quasi aequivalent verwendet werden.
Aber vor Allem ist Rio Anfang. Wir sind gespannt, wie es weitergeht.

Gestern morgen um 4:00 nahmen wir bei tropischem Regen Abschied von Rio und machten uns auf den Weg Richtung Ilha Grande.

(Am Busbahnhof, Tickets bereits gekauft und im euphorisch-mueden Zustand mussten wir feststellen, dass wir unseren wertvollsten Gegenstand nicht bei uns hatten: unseren "lonely planet"-Reisefuehrer.
So werden wir wohl eine Weile getrennt von ihm reisen und uns mutig alleine durchschlagen, bis sich unsere Wege in Sao Paulo hoffentlich wieder kreuzen.)

1 Kommentar:

  1. Es macht Freude ab und zu ins Internet zu gehen und nachzuschauen, ob es etwas Neues von Euch gibt. Und es ist dann schön von und über Euch zu lesen, Eure Begeisterung nachzuspüren und irgendwie auch ein bischen mit dabei zu sein und mitzuerleben. Lasst es Euch gut gehen! DO

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