Dienstag, 26. Mai 2009

Wir leben noch! - ein Rückblick über die letzten 2 Wochen


Nach dem Aufbruch von Rio verbrachten wir zwei viel zu kurze, aber dennoch erlebnisreiche und kostbare Tage auf der wunderschönen Ilha Grande: eine langgestreckte Insel vor der brasilianischen Küste "Costa Verde", die nur aus Bergen, tropischem Wald und wunderschönen Stränden zu bestehen scheint. Einzig die zum Festland liegende Küstenseite ist dünn aber dicht mit Pousadas (Hostels) , Restaurants und verschiedenen Touriebüros besiedelt, die komplette Insel ist jedoch unmotorisiert. Allein auf Wander- und Wasserwegen kann die Insel erschlossen und erkundet werden.
Wir verbrachten zwei Nächte in einem sehr hübschen am Berg gelgenem Hostel, umgeben von tropischen Bäume und Goldfischteichen, mit Hängematten, Windspielen und Räucherstäbchenduft. In gemütlichen Gemeinschaftszimmern bekamen wir ersten Kontakt mit der brasilianischen Backpackerszene.
Aus den Pousadas schallt Raegge und brasilianische Forro-Musik. Ueberall wuseln Hunde und Katzen herum, die weitgehend ein schoenes Leben am Strand geniessen (doch mein Herz ist beinahe zerbrochen als ich ein paar wenige Tage alte fiepende Katzenbabies, am Wegrand im Pappkarton, gesehen habe...).
Am ersten Tag erkundeten wir die Buchten und kleineren Inseln auf der Vorderseite der Insel im Kanu. Als der Junge vom Kanuverleih uns versuchte zu erklaeren, dass wir die erste Bucht nicht verlassen sollten, war es sehr zu unserem Vorteil, dass wir FAST kein portugiesisch verstehen und sprechen... In anderen Situationen erweist sich dies als schwieriger. Als ich die Fahrkartenfrau an der Faehre fragte, wo es Toiletten gaebe und mich des spanischen Wortes SERVICIOS bediente, wurde ich nur verstaendnislos angestarrt. Spaeter lernte ich, dass das portugiesische Wort fuer Toilette BANHEIRO ist und die arme Frau gedacht haben muss, dass ich sie auf dem Bootsteg nach einem Kellner gefragt habe (portugiesisch Kellner=servicos).
Den ersten Abend verbrachten wir mit anderen Rucksacktouristen im Hostel.
Am zweiten Tag buchten wir eine Bootstour zu einem Strand auf der anderen Seite der Insel. In einem ausgebauten Fischerkutter schipperten wir das kurvige Ufer der Insel entlang und bestaunten die unberuehrte und artenreiche Natur der Ilha Grande: ein gruenes Meer aus ineinander verschlungen wachsenden Baeumen und Straeuchern, die von unten nach oben und von oben nach unten zu wachsen scheinen. Zwischendurch immer wieder bunte Blueten, selbst an den steilen, felsigen Ufern wachsen kleine Straeucher und kakteenartige Pflanzen.
Da der Wellengang auf der zum offenen Meer gelegenen Seite der Insel sehr viel rauer ist, konnten wir den Strand, zu dem wir gelangen wollten, nicht direkt anfahren. So hielten wir an einer Stelle, an der die Insel nur sehr schmal und nicht sehr bergig ist und ueberquerten zu Fuss noch einen kleinen Bergkamm. Auf schmalen Trampelpfaden durch den Wald erreichten wir schliesslich unser Ziel, den Strand LOPEZ MENDES: ein naturbelassener kilometerlanger Sandstrand, eingerahmt vom tropischen Baeumen und Palmen. Aufgrund der hohen Wellen ein Paradies fuer Surfer, sowie ein wunderschoener Anblick - durch Wasser und Sonne liegt der geschwungene Strand permanent in einem glitzernden Dunst.
Unser Highlight des Tages : kleine Aeffchen in den Baeumen ueber uns, die sich fuettern und streicheln liessen!!!

Bei Sonnenuntergang und zu Jack Johnson Musik fuhren wir am Abend wieder zurueck und waren mit uns und unserer Zeit auf der Ilha Grande insgesamt sehr zufrieden.


Am naechsten Morgen schaukelten wir auf der Faehre wieder zurueck aufs Festland. Nach einer rasanten Busfahrt an der gruenen Kueste entlang erreichten wir unseren naechsten Etappenstop Paraty.
Paraty ist eine kleine Kuestenstadt mit historischem Stadtzentrum im Kolonialstil. Wir erwarteten eine ueberrannte Touristenhochburg, wurden jedoch ganz wundervoll ueberrascht: die Stimmung in den kleinen Gassen zwischen weissgetuenchten Haeusern und Kirchen ist froehlich-gelassen, hinter farbenfrohen Fensterlaeden verbergen sich stilvolle Designer- und arts and crafts-Laeden.
So schlenderten wir mit Einheimischen und Touristen durch die kleinen Gassen und assen in einer brasilianisch-niederlaendischen Creperie zu Abend (solche und aehnliche Phaenomene begegnen uns hier andauernd: deutschbrasilianische, italienischbrasilianische, niederlaendischbrasilianische Familien etc. fuehren zur internationalen Vielfaeltigkeit der Menschen hier).
Am spaeten Abend werden die Gassen von Musik erfuellt, die aus den zahlreichen Bars toent. Die Ladenbesitzer stehen in ihren Tueren, plaudern mit ihren Nachbarn, ueberall Stimmengewirr und Lachen, ein paar Leute tanzen vor einer Bar auf der Strasse.
Bei Gitarren-Livemusik tranken wir unseren ersten Caipirinha und genossen die Stimmung um uns herum.

Ein Highlight in Paraty: Selbstbediener-Eisdielen mit exotischen Eissorten (besonders lecker Kokos, Maracuja und Mango!!!), -sossen und -streuseln, Preis nach Gramm.
Was wir ebenfalls, in unserem Hostel, lernten: „please, don’t throw the toilet paper in the toilet“ Macht man in Suedamerika einfach nicht.
Es wird ein Geheimnis bleiben, wieviele Toiletten wir auf unserem Weg bereits ausser Gefecht gesetzt hatten.

Der naechste Tag begann ungewiss. Doch nach einer weiteren abenteuerlichen bzw. halsbrecherischen Busfahrt an der Costa Verde, bergauf, bergab, Kurve um Kurve, In Richtung eines Ortes, den zunaechst niemand kannte, erreichten wir tatsaechlich unser Ziel! SUPER GEFUEHL.
Es tut gut, sich in dem zunaechst Unbekannten zurecht zu finden. Auf erste Ratlosigkeit folgt Kreativitaet und Tatendrang und am Ende funktioniert es. GoogleMaps, Mut zum Portugiesisch und ein paar hilfsbereite Menschen im Bus (da es weder Fahrplaene noch Ansagen zu den Stationen gibt, muss man den richtigen Moment abpassen, um aus dem Bus zu springen) brachten uns an unser Ziel: die Bushaltestelle von Barra do Sahy. Weiter kannten wir den Weg noch nicht.

Montag, 18. Mai 2009

Rio - ein Resume


Rio ist riesig. Und doch klein. Schon ein wenig vertraut. Rio scheint immer beides zu sein: gegensatzgepraegt. Arm und reich. Stadt und Natur. Strand und Strasse. Romantisch und gefaehrlich.

Steht man am Strand und schaut auf die dunstigen, bewaldetet Inseln am Horizont, so verstummen die Grossstadtgeraeusche hinter einem. Man hoert nur noch das Meeresrauschen und vergisst, dass man an einem der beruehmtberuechtigsten Straende der Welt steht: in Rio. Leise und laut. Copacabana und Favela. Fast nebeneinander.


Im Geschaeftszentrum der Stadt begegnet man zwischen Wolkenkratzern einem Gemisch aus Menschenmassen, Staub, Laerm und Abgasen. Ueberall ist wildes Treiben und in engen Seitengassen kann man sich vor herumschwirrenden Strassenhaendlern kaum retten. Im weitlaeufigem, ebenfalls in der Stadt befindlichem Jardim Botanico dagegen kann man im Schatten riesiger tropischer Baeume Natur und Stille geniessen: wunderschoen angelegte Seerosenteiche, Flusslaeufe, Pavillons und herumflatternde Schmetterlinge.


In den Einkaufstrassen von Leblon schlafen obdachlose Menschen auf alten Pappen neben den Eingaengen von Shoppingmalls und Designerlaeden. Ueber all dem scheint die tropische Sonne. Es riecht nach Caipirinha und Parfum. An jeder Ecke befinden sich Saftbars und Staende mit "agua de coco". Unser Lieblingsgeschaeft ist der "Hortifruti", in dem es all die Fruechte gibt, von denen wir nicht wussten, dass sie ueberhaupt existieren. Zum Teil erkennt man einen Joghurt- oder Shampooflavor wieder wie z.B. Maracuja, aber vieles ist kulinarisches Neuland. Selbst das Altbekannte an Obst erscheint neu, frischer und voller Geschmack.

Was ist Rio fuer uns? Wir haben vor allem die schoenen Seiten von Rio kennen gelernt: Leblon, baumgesaeumte Strassen und schoene und imposante Gebaeude. Wohlhabende und schoene Menschen.
Rio wird fuer uns auch immer in Verbindung mit einer freundlichen Familie stehen, die sich liebevoll um uns gekuemmert hat: Charlotte, Edoardo und Rubia (plus das "Goldstueck" der Familie, der Hund). Bisher ist uns fast ueberall Freundlichkeit begegnet: hilfsbereite Menschen auf der Strasse oder im Supermarkt, Busfahrer, Taxifahrer, Hotelportiers. Rio ist fuer uns Kokoswasser am Strand, abenteuerlicher Verkehr, "nao entendo" und "obrigado" ("Ich verstehe nicht" und "danke"), die von uns quasi aequivalent verwendet werden.
Aber vor Allem ist Rio Anfang. Wir sind gespannt, wie es weitergeht.

Gestern morgen um 4:00 nahmen wir bei tropischem Regen Abschied von Rio und machten uns auf den Weg Richtung Ilha Grande.

(Am Busbahnhof, Tickets bereits gekauft und im euphorisch-mueden Zustand mussten wir feststellen, dass wir unseren wertvollsten Gegenstand nicht bei uns hatten: unseren "lonely planet"-Reisefuehrer.
So werden wir wohl eine Weile getrennt von ihm reisen und uns mutig alleine durchschlagen, bis sich unsere Wege in Sao Paulo hoffentlich wieder kreuzen.)

Donnerstag, 14. Mai 2009

Es ist Mittwoch abend und die ersten vier Tage in brasilien haben wir erlebt. Alles ging los mit einer ziemlich wilden Busfahrt vom Flughafen in den Stadtteil Leblon, anfangs fuhren wir an brennenden Gettotonnen, auf Muelbergen lebenden Kuehen und Ziegen vorbei bis es immer staedtischer wurde und wir uns zwischen Hochhaeusern befanden. Schliesslich erreichten wir Leblon Beach, hier war fuer uns Endstation. Mittels googlmap Karte navigierten wir uns zwischen den Haeuserblogs entlang, schliesslich fanden wir die richtige Strasse doch konnten wir die Hausnummer nicht finden. Mit unsernen Rucksaecken und unserer Orientierungslosigkeit waren wir ziemlich auffaellig, so dass gleich mehrere Leute uns ihre Hilfe anboten. Nach einigem hin und her ueberlegen fanden wir schliesslich doch das Haus. Nun wohnen wir hier bei der Familie Russo, die uns super nett aufgenommen hat. wir haben ein zimmer in dem wir uns ausbreiten koennen. da sonntag muttertag war sind wir direkt um die ecke etwas essen gegangen, was nach dem weniger schmackhafen flugzeugessen ein echter genuss war. abends sind wir noch etwas durch den stadtteil gelaufen und waren kurz am strand.
montag morgen begaben wir uns erstmal auf die suche nach einer bank bei der wir mit unseren ec karten die ersten reals abheben konnten, nach einigen erfolglosen versuchen akzeptierte die citybank schliesslich unsere karten. die zeitumstellung, das andere klima (25 bis 30 grad), die ganzen eindruecke noetigten uns zu einem ausgiebigen mittagsschlaefachen. insgesamtr schlafen wir hier sehr viel, wohl da vieles noch neu ist und da es ab sechs uhr abends dunkel ist.
gestern haben wir uns zwei klassiker rios vorgenommen, den zuckerhut und den christus. mit bus und zu fus bahnten wir uns den weg zur seilbahnstation des zuckerhuts, doch war diese leiter wegen reperaturarbeiten geschlossen. so viel der zuckhut fuer uns aus. mit der zahnradbahn und vielen englaendern fuhren wir zum christus. leider war es schon mittagszeit und die sicht durch etwas nebel nicht so brilliant.
heute liesen wir es am strand ruhig angehen.
wahnsinnig schoen ist die auswahl an obst in den supermaerkten, es gibt einfach ein riesiges sortiment an tropischen fruechten. insbesondere wie heute am strand zu liegen und kaltes kokuswasser aus kokusnuessen zu schluerfen hat irgendwie schon was.
naja, wir wissen noch nicht so genau wie es die tage weitergeht. es wird sicherlich deutlich anders werden, wenn wir nicht mehr so umsorgt bei der familie russo leben.
liebe gruesse

Montag, 11. Mai 2009

bon dia

ein herzliches hallo in die runde,
wir sind gestern gut angekommen; der flug war gut. wir sind dann mit dem bus vom flugahben rio einmal durch die halbe stadt gefahren. anfangs fuhr der bus durch ein ein favela was fuer uns schon ziemlich heftig war, dann wurde es immer staedtischer un ploetzlich waren wir mitten in rio. wir sidn dann an bis zum leblon strand gefahren. von da aus haben wir uns mit der karte durch ein paar viertel gelaufen. das haus der familie war schwer zu finden, aber uns wurde ziemlich schnell und gut geholfen.

die familie von brenno ist auserst nett und fuer uns ist es ziemlich komfortabel. beide sprechen englisch unf die frau sogar deutsch. wir wohnen hier schon ziemlich luxerioes.....

die zeit im internetkaffe ist langsam um, wir melden uns die tage mal ausfuerlicher

Samstag, 9. Mai 2009

Es geht los

Nun ist es soweit, heute 22:05 starten wir ab Frankfurt. Wir fliegen über Sao Paulo nach Rio de Janeiro und werden um 10:30 Ortszeit landen. Die Tage hat sich geklärt, dass wir die ersten Tage in Rio bei eine Familie unterkommen können. Ich finde es sehr schön, dass wir nicht direkt in ein Hostel müssen, sondern so in relativer Ruhe erstmal ankommen können und dann "ausschwärmen" könnnen.
Auch insgesamt ist es für uns eine riesige Erleichterung von vielen Menschen Tipps, Ideen oder auch konkrete Adressen bekommen zu haben. Ich bin wirklich sehr dankbar dafür und habe gemerkt, dass jedes Gespräch die Reiselust noch etwas mehr geschürrt hat. Trotzdem gehe ich mir viel Respekt an die Sache, weil ich mir nicht sicher bin inwiefern z.B. die Sprache eine große Barriere ist, um tiefer einsteigen zu können.

Erst ist aber sitzen im Flugzeug angesagt, 12 Stunden über den Wolken. Ist irgendwie Skurril in 12 Stunden um 1/4 der Welt zu kommen.

Dienstag, 5. Mai 2009

Vorbereitung

Wir stecken weiterhin in den Vorbeitungen. Bin dabei alles Wichtige und Unwichtige zu sammeln. Habe heute morgen Medikamente gekauft, ich bin mal gespannt welche wir unbenutzt wieder mit bringen, ich hoffe viele!
Mir fällt gerade auf, was für eine organisatorische Bedeutung mein PC und mein Handy haben. Beide nehme ich nicht mit und so langsam merke ich wieviel an den beiden Geräten dranhängt. So muss ich gerade E-Mailadressen und Handynummern herausschreiben um sie dabei zu haben. Mehr oder weniger Lustig ist es mit Passwörtern die z.B. bei Skype eingespeichert sind, so dass ich jetzt Rätselraten muss, was für ein Passwort ich bei Skype habe um dann auch mal irgendwo anders meinen Account nutzen zu können.

Naja, sonst ist bei mir alles relativ entspannt. Am Wochenende merkte ich schon immer wieder mal, dass es kein Holland Urlaub ist. So eine gewisse Anspannung wie wir zurechtkommen, wie das mit der Komunikation läuft u.s.w. war schon vorhanden.

So weit...

Liebe Grüße Simon