Donnerstag, 30. April 2009

Olá, Hola auf unserem Reiseblog

Der Abflug kommt immer näher. In neun Tagen fliegen wir ab Frankfurt Flughafen über Sao Paulo nach Rio de Janeiro.

Als Linnet und ich vor gut 2 Monaten die Flüge gebucht haben lag alles für mich noch in ziemlich weiter Ferne. Ich war in Hugoldsdorf und die Reise war noch kein Thema was mich täglich beschäftigte. Nun ging es, wie es dann oftmals so ist, alles ziemlich schnell und wir stecken tief in den Vorbereitungen: Impfungen, Adressen vor Ort, Medizin, Gepäck, Versicherung, die Sprachen lernen, das Monetäre regeln u.s.w. Wobei in mir immer wieder die Frage aufkommt, was ist wirklich notwendig zu klären und besorgen und was ist übertrieben bzw. entsteht durch falsche Vorstellungen die ich von Südamerika habe. Insbesondere bei den Impfungen finde ich es sehr schwer mir ein Bild zu machen, welche Impfung ist sinnvoll und welche ist übertrieben. So hätte die gute Amtsärztin von der Gelbfieberimpfstelle mir am liebsten die ganze Wahrenpalette an Impfstoffen in den Arm gespritzt. Naja, mittlerweile hat Linnet alle Impfungen und bei mir steht nur noch nächste Woche ein auf em Plan.

Dank einiger Menschen mit denen wir in den letzten Wochen gesprochen haben, haben wir schon ein paar potentielle Übernachtungsmöglichkeiten außerhalb von Hostels und Pousadas. Ansonsten werden wir versuchen über „Hospilalityclub“ und „Couchsurfing“ Leute zu finden, bei denen wir pennen können.

Die Reiseroute ist für die ersten zwei Woche schon mal angedacht. Wir wollen in mehreren Etappen von Rio nach Sao Paulo kommen. Geplant ist, ein paar Tage in Rio zu bleiben, um vor allem erstmal wieder „klar zu kommen“. Wenn es klappt, können wir hier bei der Familie eines Freundes von Pedro schlafen. Nach ein paar Tagen Rio (einen ausführlicherer Rio Aufenthalt machen wir evtl. am Ende der Reise, da wir eh ab Rio wieder abfliegen) würden wir etappenweiße zur „Ilha Grande, nach „Paraty“, wenn wir ihn finden einen „Hippistrand“ und zur „Ilhabela“. Die „Ilha Grande“ und „Ilhabela“ sind beides Inseln die relativ nah an der Küste liegen und noch teilweiße ziemlich unberührt sein sollen. „Paraty“ ist eine alte Kolonialstadt und einer der Klassiker für Touris. Nach einer Woche Erkundung dieser Orte werden wir für eine Woche in das Strandhaus von Pedros Familie gehen. Ich schätze, dass diese Woche ein bisschen an einen klassischen Urlaub erinnern wird. Ich freue mich aber auf die Ruhe des Strandhauses. Danach wird’s in die 20 Millionen Metropole Sao Paulo gehen, hier werden wir bei Pedros Mutter wohnen.
Nun sind die Ziele immer entfernter und ungenauer. Wenn sich nichts ändert, wollen wir nach Bolivien und Peru reisen. Ich finde es gut, dass wir nur zwei Wochen schon im Vorhinein fester geplant haben. Ich finde es wichtig so frei zu sein, dass wir auf das, was uns vor Ort begegnet, reagieren können.

Ich freue auch besonders auf das Reisen an sich. Also, unterwegs sein, nur mit dem was man braucht, sich in einer neuen, unbekannten Umgebung befinden, niemanden kennen… Ich glaube, dass diese Situation einem ein gutes Selbstbewusstsein - eine Bewusstheit über mein Sein bringen kann, weil vieles was mich sonst vielleicht im Leben hält, wie z.B. eine vertraute Umgebung, Menschen die ich kenne, wegfällt und so mein „Sein“(Ich) im positiven wie auch im negativen für mich viel deutlicher werden kann. In diesem Sinne auch neues, unbekanntes Erfahren. Vielleicht dann von altem Abstand nehmen, weil sich mir ein neuer Blick eröffnet hat und neues, bisher unbekanntes in mich aufnehmen. Reisen, als ein Spiel zwischen persönlicher Freiheit und Anpassung. Mir sind unzählige Weg offen, ich habe (fast) alles im Rucksack was ich brauche, ich muss aber eine enorme Aufmerksamkeit haben für das, was schon vor mir, vielleicht seit Jahrhunderten an Lebenskultur vorhanden ist. Wie lebt man hier? Wie geht’s man miteinander um? Wie Gestaltet man den Tag? Was sind Traditionen die nicht brechen möchte? Also ein „Verständnis des fremden Wollens“ entwickeln, aber meine „Liebe zum Handeln“ nicht verlieren.

Ich hoffe wir kommen regelmäßig ans Internet hier etwas zu berichten. Wobei es eigentlich auch schön ist, wenn man davon einmal Abstand nimmt und somit vieleicht auch im Bewusstein noch mehr vor Ort ist.

1 Kommentar:

  1. Lieber Simon,Liebe Linnet!
    Ich wünsche euch,dass ihr ganz tolle Erfahrungen macht in diesem wundervollen Land! Ich bin fest davon überzeugt,dass ihr euch hemmungslos in Brasilien verlieben werden, auch wenn es manchmal nicht einfach ist.
    Ich denke an euch und stehe gerne mit Rat und Tat zur Verfügung (sollte es euch in den Nordosten ziehen oder in die Waldihochburg Botucatu,dann schreibt mir bei Skype und ich schaue,was sich machen lässt!)
    Ich denke an euch, espero que vc aprende portugues tao rapido como eu aprendi, aproveite tudo e se cuida!

    Beijao, sua Fiona

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