Dienstag, 4. August 2009

Hasta luego sudamérica!

11 erlebnisreiche Wochen liegen hinter uns. Und obwohl der gebräuchlichste Gruß unter Backpackern „take care“ lautet, haben wir überlebt und sind sogar lebendiger als zuvor.

Auch haben wir uns nicht gegenseitig die Köpfe eingeschlagen, wie vielleicht einige erwarten könnten, sondern uns als wunderbare Gefährten erwiesen, die immer ihr Snickers und auch sonst so einiges miteinander geteilt haben.

Ich habe das Gefühl, überaus reich beschenkt nach Hause zurückgekehrt zu sein – als Schatzsucher ausgezogen und mit vielen schönen Bildern im Herzen zurück.

Jetzt müssen wir uns erstmal wieder daran gewöhnen, einen Raum für uns, aber keine Weite um uns zu haben, dass es Duschen mit warmen Wasser (ganz ohne Angst vor Stromschlägen) gibt, wieder leckeres Vollkornbrot...und Bananen, die einfach nicht „dasselbe“ sind.

Wir freuen uns auf all die Menschen, mit denen wir das Gefühl von Heimat assoziieren und sind gespannt, was uns hier alles erwartet.


"I don't know where I'm going, but I'm on my way."

(aus: Dandy from the underworld)


Mittwoch, 29. Juli 2009

"Fluch des Silbers"

Folgend der Link zu einem Onlineartikel vom Spiegel zum Thema Kolonialisierung Suedamerikas und Auswirkungen/bzw. die Lage heute, ueber den wir grade zufaellig gestolpert sind. Recht populaerwissenschaftlich, aber thematisch doch interessant.

Die erwaehnte bolivianische Silberstadt Potosi haben wir waehrend unserer Reise bewusst ausgespart. Noch heute arbeiten in den Silberminen Menschen und sogar Kinder unter erbaermlichen Bedingungen, meist mit einer maximalen Arbeitszeit von 10 und einer Lebenserwartung von 45-50 Jahren. Die Minen sind fuer Touristen zugaenglich und von vielen gradezu schockiert-begeisterten Backpackern haben wir Berichte gehoert und Fotos gezeigt bekommen. Und obwohl die Eintrittsgelder angeblich zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen verwendet werden, kam uns diese Art von Tourismus zu sensationsluestern vor, vergleichbar mit einer "Favelatour" in Rio de Janeiro ("Favela"= Armuts- und Elensviertel in Brasilien).

Natuerlich ist der Grad zwischen sogenannten Sensationstourismus und sinnvoller Aufklaerungsarbeit recht schmal. In Lima beispielsweise unternahmen wir mit einem deutschen Sozialunternehmer eine "alternative Stadttour", wahrend der wir verschiedene seiner Umweltschutz- und Aufwertungsprojekte in Armutsvierteln gezeigt bekamen. Zudem besuchten wir eine Waldorfschule fuer behinderte Kinder, in der ein Biogemuesegarten, Pflanzenklaeranlagen und ein Natur-und Erlebnisspielplatz installiert wurden. Diese Art von informativem Tourismus bezueglich Sozial- und Umweltprobleme sagte uns sehr zu.

Falls wir in unseren letzten drei Tagen lieber am Strand rumhaengen und nicht mehr dazu kommen, weiteres ueber diese Erlebnisse zu berichten, freuen wir uns darauf, uns zurueck in Deutschland mit euch zu unterhalten... :-)

Hier der Link:

http://www.spiegel.de/spiegelgeschichte/0,1518,638682,00.html

Liebe Gruesse aus Rio de Janeiro!!!

Montag, 27. Juli 2009

Mal wieder eine kurze Aktualtisierung

Nach ein paar wenigen Tagen in der Perus Wolkenbehnagener Hauptstadt Lima am Pazifik haben wir mal wieder das Land gewaechselt. Leider haben wir noch einen unfreiwilligen einstuendigen Besuch in Argentinien gemacht, der uns einen Ein-und Ausreisestempel gebracht hat, aber auch knapp 20 Dollar und einige Nerven gekostet. Seit Donnerstag sind wir nun wieder fuer die letzten Tage unserer Reise in Brasilien. Bis Dienstag verbringen wir noch, leider bis jetzt sehr verregnete Tage an der Kueste nahe Sao Paulos, bevor wir zum Abschluss noch einmal in Rio sein werden.

Ich denke, ein detailierterer Einblick in die Erlebnisse in Lima und im Hochland von Arequipa wird kommen...

Liebe Gruesse in die Leserrunde

Sonntag, 12. Juli 2009

Machupicchu




Machupicchu, "Verlorene Stadt der Inka" und Touristenmagnet - Leute aus aller Welt stroemen an diesen Ort und auch fuer so gut wie jeden Backpacker in Suedamerika ist die alte Ruinenstadt ein Muss.
Gebaut wurde die Stadt im 15. Jahrhundert, die Ursache und ihr wahrer Zweck sind bis heute weitgehend ungeklaert. Heutzutage spricht man in ihrem Zusammenhang oft von einer Art "University of Inka", es wird vermutet, dass sie zu Unterrichtszwecken genutzt wurde. Der Umstand, dass die Stadt von den Kolonisten unentdeckt blieb, hat dazu gefuehrt, dass viele der Bauten weitesgehend unbeschaedigt blieben. Erst 1911 wurde die Stadt durch Zufall von dem amerikanischen Professor Hiran Bingham, der sich auf der Suche nach "Eldorado" (im Djungel verschollene "Goldene Stadt" der Inka) befand, wiederentdeckt. Bei der Befragung Einheimischer hoerte er von Ruinen auf dem Berg "Machu Picchu", was in Quechua "alter Berg" bedeutet. Von einem 8-jaehrigen Jungen wurde er auf den Berg gefuehrt, wo er auf die voellig zugewachsene Ruinenstadt stiess. Der Name "Machu Picchu" wurde spaeter fuer die Stadt uebernommen. 1949 wurde Machupicchu schliesslich fuer den Tourismus geoeffnet, weltberuehmt wurde die Ruinenstadt allerdings durch einen Leitartikel im "National Geographic" in den 80er Jahren.

Fuer uns war es Anfang letzter Woche soweit: wir organisierten eine zweitaegige Tour, die uns am zweiten Tag zu Machu Picchu bringen sollte. Den ersten tag fuellte eine ganztaegige Tour im Van durch eine atemberaubende Landschaft in Richtung des Ortes am Fusse des "alten Berges". Durch karge Andenlandschaften mit einsamen Huetten und Alpakaherden schlaengelten wir uns in endlosen Serpentinen die Berge hinauf, um schliesslich in eine Nebeldecke einzutauchen, in der wir den Gipfel des Gebirges ueberquerten. Auf der anderen Seite, immer noch im Nebel, fuhren wir bei einsetzendem Nieselregen bergab und sahen mit der Zeit vereinzelt Baeume im Nebel. Als sich der Nebel schliesslich komplett lichtete, sahen wir unter uns auf einmal ein gruenes Berg- und Waldpanorama. Mit dem Ueberqueren des Gebirges hatten wir anscheinend in die subtropische Klimazone gewechselt, in der sich auch Machu Picchu befindet.

Durch Wald und Strauchwerk, ueber Fluesse und durch Bananenplantagen setzten wir unseren Weg fort, bis wir schliesslich das letzte Stueck zu dem Ort "Aguas Calientes" mit dem Zug zuruecklegen mussten.

Das kleine Staedtchen liegt in einem schmalen Tal am Fluss, im Schatten hoher, bewaldeter Berge. "Aguas Calientes" heisst zu Deutsch "heisses Wasser" und steht fuer die heissen Quellen, fuer die der Ort bekannt ist und in deren Genuss wir am Abend kamen.

Nach einer fuer uns nur kurzen Nacht wurden wir von unsrem Wecker um 3:30 geweckt. Das erste was wir hoerten, war das Geraeusch prasselnden Regens auf Blechdaechern. Leider befanden sich usnere Regenjacken derweil im trockenen Cusco, da es eit ueber einem Monat keinen Tropfen mehr geregnet hatte. So erstand zumindest ich um 4:00 morgens noch einen Plastik "Inkaponcho" und bei Regen und Dunkelheit begannen wir mit einer Gruppe anderer wagemutiger Backpacker den Aufstieg zu Machu Picchu.

Kurz vor 6:00 gelangten wir ausser Atem, verschwitzt und zugeschlammt vor die Eingangstore, wo schon eine kleine Gruppe Nochfruheraufsteher in einer Schlange standen. Die ersten Tourbusse kamen an. Es hatte aufgehoert zu regnen und am Horizont zeichnete sich ein erstes blaues Licht ab, das den weissen Nebel unten im Tal beschien.

Um 6:00 wurden die Tore geoeffnet und dicht an die Leute um uns herum gedraengt passierten wir das Gelaende. Im ersten blassen Tageslicht zeichneten sich die Umrisse der dunklen Ruinen ab. Neben mir hoerte ich jemanden ehrfuerchtig "Machupicchu" fluestern, als wir auf die steinernen Terassen traten. Die stimmung dieses Morgens war wirklich mystisch: alles, die Berge ringsherum und die Ruinen, waren in blaues Licht getaucht und nebelverhangen. Spaeter beobachteten wir, wie die Schatten und Farben sich veraenderten und schliesslich die Sonne hinter einem der hoechsten Berge aufging. Das Blau der Berge verwandelte sich Centimeter fuer Centimeter in ein saftiges Gruen und die Stradt erstreckte sich vor uns im Sonnenlicht. Obwohl diese besondere Stimmung des Ortes auch am Tag anhielt, wurde die Stille des Morgens bald gestoert: groessere Touristengruppen mit Guide bevoelkerten nun das Gelaende und auch wir folgten fuer ca 2 Stunden einer Gruppe und erfuhren einiges an Hintergrundinformationen ueber die Stadt.

Eine der groessten Besonderheiten der Stadt ist die Wahl der Lage, durch die sie quasi uneinnehmbar fuer Feinde war: sie liegt auf etwa 2300 m Hoehe und ist eingekreist von einem Fluss und hohen Gebirgsketten. Oft wird in ihrem Zusammenhang von einem besonders "energetischen" Ort gesprochen.
Als eine der groessten technischen Leistungen der Inka gilt der erdbebengesicherte Aufbau von Staedten. In Machupicchu kann man eine Schlucht zwischen den umliegenden Bergen als Graben in der Stadt fortgesetzt erkennen. Auch die mit reiner Menschenkraft gebauten Inkamauern sind beeindruckend: oft sind 6-12 eckige Steine ins Mauergefuege eingegliedert. Die Steine wurden mit Hilfe der natuerlichen Risse gespalten und zum Teil Wochen und Monate lang bis zur Perfektion bearbeitet.
Rein theoretisch konnten ca 700 Menschen in der Stadt leben und ernaehrt werden. Es besteht eine Unterteilung in 3 Sektoren. Die meisten Gebaeude fungieren als Wohnhaeuser und bilden den "Wohnsektor". Im "landwirtschaftlichen Sektor" wurden auf Terassen angeblich sogar Pflanzen kultiviert, die in der grossen Hoehe eigentlich nicht gedeihen, dadurch dass sie Jahr fuer Jahr hoeher gepflanzt wurden. Der "rituelle Sektor" setzt sich aus einigen grossen Plaetzen, Tempeln und einem Turm zusammen. Wir besichtigten den "Sonnentempel", den "Tempel der drei Fenster" und den "Tempel des Condor", der besonders beeindruckend war. Auf dem Boden sind in abstrakter Form der Kopf und der Koerper eines Condors in Stein dargestellt, zwei grosse gezackte Felsen im Hintergrund symbolisieren die Fluegel. Der Condor wurde neben dem Puma und der Schlange von den Inka verehrt und galt als "Begleiter" der Seelen ins Jenseits.

Nach der Tour verweilten wir noch einige schoene Stunden, die wir selber gestalten konnten. So kletterten wir auf einen der kleineren Berggipfel hinter der Stadt, genossen das atemberaubende Panorama, gesellten uns zu einigen Lamas auf einer Wiese und legten uns in den Schatten alter Mauern.

Ein besonderer Tag.











Mittwoch, 8. Juli 2009

Ein paar sinnliche Eindruecke (back to the beginnings)


Barra do Sahy, Brasilien




Sao Paulo




Pantanal, "Pumkin River"




Waelder im Pantanal









"Coca Cola-Omi"






Zugfahrt nach Santa Cruz, Bolivien




unser Shoppingrevier: Maerkte in Bolivien




erste Andenerlebnisse nahe dem Dorf Samaipata




und noch hoeher: La Paz




100% Alpaka gegen die naechtliche Kaelte




bunte Maerkte, "schwarze" Maerkte und Hexenmaerkte in La Paz

Donnerstag, 2. Juli 2009

Peru

Wir sind mal wieder ein Etappenziel weiter. Seit heute mittag haben wir die peruanische Grenze passiert und weilen in Puno an der peruanischen Seite des Titikakasees.
Eigentlich wollten wir schon gestern von Copacabana mit dem Bus nach Puno reisen. Wir sind dann auch mittags mit einem Taxis zu dem nahe gelegenen Grenzort gefahren um dort nach den ganzen Formalitaeten auf der peruanischen Seite einen Bus zur weiterfahrt zu suchen. Am Grenzort angekommen schmunzelten die bolivianischen Beamten leicht als wir um den Ausreisestempel baten. In der grossen Teilen Perus fuhr gestern kein Bus, da kollektiv Gestreikt wurde. Mit einer fanzoesischen Familie fuhren wir dann wieder zurueck nach Copacabana um genoetigter Weise noch eine Nacht dort zu verbringen. Die politische Lage ist in Peru ist seit ein paar Monaten ziemlich zugespitzt. Erst setzte der Praesident zwei Gesetzte ausser Kraft die das Amazonasgebiet vor zu viel Rodung und Landwirtschaft schuetzten. Da insbesondere das Amazonasgebiet der Lebensraum, vieler indigener Voelker ist, die teilweisse vollkommen abgeschnitten Leben, protestierten viele Menschen in Form von u.a. Strassensperren gegen das Gesetz. Nach rund 2 Monaten Protest und zahlreichen Toten setzte die Regierung die beiden Gesetze wieder in Kraft was zu einer voruebergehenden Entspannung der Lage fuehrte. Wir waren aeussert erfreut ueber diese Nachrichten, nicht nur weil der peruanische Praesident, neben zahlreichen Beleidigungen der indigenen Bevoelkerung gegenueber hier ziemlich Schlecht gehandelt hat, sondern auch weil wir immer wieder von anderen Reisenden, die uns entgegen kamen gehoert haben, dass diese durch die vielen Streiks und Strassensperren oft mehrere Tage in Ortschaften festsassen. Dementsprechend gingen wir davon aus, dass die Lage in Peru zwar noch nicht wieder ganz in Butter war, aber wir ohne Probleme reisen konnten.
Nun kam, wie wir gestern erfahren haben neuer politischer Zuendstoff hinzu. Vor wenigen Tagen hat die peruanische Regierung einer Mineraloelfirma erlaubt im Amazonasgebiet an einigen Orten nach Oel zu bohren. Das wiederrum bedroht die Existenz einiger inigender Staemme, da durch dass bohren nach Erdoel leicht z.B. das dortige Wasser versaeucht werden kann, von dem die Menschen natuerlich abhaenig sind. Auch gibt es einige Staemme die ohne Kontakt zu der westlichen Welt leben und fuer die mit einem derart drastischen Einriff in ihren Lebensraum die Gefahr von Krankheiten die sie bis jetzt nicht kennen und nicht Immun gegen sind enorm vergroessert wuerde. Diese neuen Ereignisse haben nun gestern zu ausfuehrlichen Protesten gefuhrt, so das kein Bus fuhr. Heute fuhren zum Glueck wieder Busse, doch waren teilweisse auf den Strassen noch zahlreiche Steine die gestern wohl als Strassensperre gedient haben zu sehen.
Mal sehen wie das so weiter geht, aber eigentlich kann nicht mehr passieren, als das wir mal unfreiwillig festsitzten. Ich finde es gut, dass wir soetwas auch mal an der eigenen Haut erfahren und somit eine direkte Verbindung dazu bekommen. Denn es ist fuer mich ein rieser Unterschied, ob ich mich dieser Sache erlebend Gegenueberstelle oder ob ich es ohne Bezug den Nachrichten entnehme.

Mittwoch, 24. Juni 2009

Impressionen Boliviens

Bolivien wird oft mit den Superlativen aermstes und indianischstes Land Suedamerikas bezeichnet. 60% der Bevoelkerung haben eine indigene Herkunft.
Von vielen Backpackern wird das von allen Seiten von anderen Laendern eingekesselte Bolivien oft umgangen. Der Weg von Brasilien ueber Argentinien und die Kueste Chiles werden beispielsweise bevorzugt. Auch ich wusste vor unseren Reisevorbereitungen nur wenig ueber das Land, bin mitlerweile aber ueberzeugt davon, dass es als Reiseziel alle (zT niedrigen) Erwartungen uebertrifft.

Besonders nach Brasilien, einem mitlerweile spuerbar globalisierten Land, ist Bolivien mit seinen alten Kulturen und Traditionen ein spannendes Erlebnis fuer uns.
Die Vergangenheit des Landes ist allgegenwaertig. Eines der ersten und einpraegensten Bilder in Bolivien ist das der indigenen Frau, die durch ihre dunkle Haut, die dunklen Augen und dunklen Haare sowie der traditionellen Kleidung hervortritt: die schwarzen Haare werden zu langen Zoepfen geflochten und zum Teil mit Baendern oder Perlen geschmueckt, ein Schlapphut aus Stroh oder Filz schuetzt in den Bergen vor der starken Sonneneinstrahlung. Weitere Erkennungszeichen sind die weiten Faltenroecke und bunt gewebten Ponchos um die Schultern. Viele der Frauen tragen bunte Tragetuecher mit Babys oder Marktwaren und Habseligkeiten auf dem Ruecken.
Selbstverstaendlich existiert in Bolivien auch eine kleinere, hauptaechlich spanisch staemmige, gut situierte Oberschicht, sichtbar in den noblen Stadtkernen. Neben Kirchen und Plaetzen im Kolonialstil tummeln sich modern gekleidetet Studenten in europaeisch wirkenden Cafes und zeitungslesende Geschaeftsmaenner lassen ihre Schuhe polieren. Doch der Grossteil des bolivianischen Lebens spielt sich zwei Meter daneben, am Strassenrand, in den Kleinstadten und Doerfern, auf dem Land und in den Bergen ab.

Wir verbrachten vier wunderbare Tage in einem Dorf namens "Samaipata", etwa 100 km ausserhalb von Santa Cruz, nahe dem Natiuonalpark "Amboro". Auf unserem Weg ueber steinige Strassen kamen wir durch zahlreiche laendliche Doerfer, in denen die Menschen ein aermliches, arbeitsreiches, aber buntes Leben fuehren: die Strassen werden von kleinen Orangenplantagen gesaeumt, am Strassenrand im Staub halten friedliche Hunde Siesta und Frauen und Kinder verkaufen an ihren kleinen Staenden Obst, Getraenke und Suessigkeiten, stuermen auf die vorbeifahrenden Taxis zu. Zwischen den baufaelligen Huetten sind bunte Waescheleinen gespannt, auf den Feldern sieht man Frauen und Maenner mit Kuehen oder Eseln. Ueberall auf den Strassen und zwischen den Haeusern flattern Huehner herum und wuehlen kleine Schweinchen im Dreck (die Landbevoelkerung kuemmert sich reichlich wenig um die Influenza).
Samaipata selbst ist ein wunderhuebsches Doerfchen in den Bergen, in dem das Leben der Menschen schlicht, aber aufgrund des Tourismus nicht armutsgepraegt ist. Tradition und Tourismus scheinen hier tatsaechlich vereinbar. "Gringos" zeigen Respekt vor den Einwohnern, der Schoenheit des Ortes und der Natur. Das Leben hier erschien uns nach dem Aufenthalt in der Stadt angenehm langsam. Omis stehen in ihren Haustueren, gruessen vorbeilaufende Nachbarn und beobachten das Geschehen. Taxifahrer plauschen in Grueppchen auf dem Dorfplatz und reissen sich nicht grade um die Arbeit, wenn Touristen vorbeikommen. In traditioneller und kuenstlerischer Atmosphaere, sowie in netter Gesellschaft genossen wir bestes Essen, erlebten bunte Maerkte und Menschen, besuchten unsere ersten Inka-Ruinen und wanderten in den Bergen. Mit einem netten englischen Maedchen besuchte ich einen "Zoo", der sich als ein netter kleiner Tiergarten entpuppte, in dem heimische Tiere (Affen, Papageien, Wildschweine, Schildkroeten, Hunde, Ponys etc.) als bunte Familie zusammen leben und zum Teil von Krankheiten, Verletzungen oder Misshandlungen gepflegt werden.

Schweren Herzens verliessen wir Samaipata nach ein paar Tagen wieder, um uns auf die Suche nach anderen schoenen Orten zu machen.

Bis auf unsere Zeit in Samaipata verbrachten wir unsere Zeitin Bolivien bisher weitesgehend in groesseren Staedten. Unsere Eindruecke von dem bolivianischen Landleben bekamen wir somit weitgehend waehrend langer Busfahrten.
Busfahrten in Bolivien sind Erlebnisse besonderer Art. Alles beginnt im Terminal, dem Busbahnhof, einem rieeesigen Markt, auf dem anstatt von Gemuese, Obst und Fleisch Bustickets verkauft werden. Die Luft ist von einem an- und abschwellendem Singsang bzw. Geschrei verschiedener Stadtnamen erfuellt, permanent versuchen Anwerber Blickkontakt herzustellen und potentielle Kunden zu dem "Marktstand" der jeweiligen Busgesellschaft zu ziehen. In diesem Gedraenge wird geschimpft, gezogen, gebettelt und der Ellbogen gegen die Konkurrenz eingesetzt.
Im Bus selbst bekommt man von bolivianischen Omis Eis, Coca Cola, oder auch schonmal Huehnchen angeboten und wird genoetigt, kitschige Musik zu hoeren oder schlechte Filme anzuschauen. Das einzige Gute an bolivianischen Bussen ist, dass man bei frostigen Aussentemperaturen nicht auch noch von einer Klimanlage weggepustet wird, wie in Brasilien. Die Busse sind klapprig, die Strassen streckenweise nicht ihes Namens wuerdig und die Zeit kann sich ganz schoen in die Laenge ziehen in einem Bus ohne Toilette (bei uns zB 10 Stunden und mehr!). Bei alldem bleibt als Flucht nur noch der Blick aus dem Fenster...

Den bolivianischen Regenwald konnten wir leider nur als Schatten in der Nacht bestaunen, doch auf unserer Busfahrt von Cochabamba (2500m) nach La Paz (3700m) boten sich uns grandiose Eindruecke von dem Leben in den Anden.
9 Stunden fuhren wir durch endlose Berglandschaften, zT jenseits der Baumgrenze. Zwischen Bergen, inmitten weiter Steppen und nichts als Einsamkeit sahen wir vereinzelt Menschen mit Esel- Schaf- und Alpakaherden ziehen, bunte Punkte in der sonst kargen Lanfschaft. In winzigen zT halb zerfallenen Doerfern leben Menschen ein schlichtes Leben, bestellen kleine Getreidefelder am Berghang und verkaufen Fleisch und Handwerksachen am Wegesrand.
Bei Nachtanbruch sahen wir kleine Feuer in der Dunkelheit und Wetterleuchten am Horizont.
Hoehepunkt dieser Fahrt, nein Hoehepunkt ist nach dem Andenpanorama nicht das richtige Wort. Der ¨kroenende Abschluss¨ dieser Fahrt war der Blick, der sich uns vom Berg auf die naechtlich leuchtende Stadt La Paz unter uns bot.

Donnerstag, 18. Juni 2009

Premiere

Naechste Woche Sonntag (28. Juni) findet in der wittener Waerkstadt die Premiere von Einleben statt. Es ist also endlich soweit, der Film ist nicht mehr nur in Rohfassungen auf dem PC zu sehen, sondern bald fertig auf Leinwand zu betrachten. Fuer mich ist es komisch, die ganze Zeit waehend den Dreharbeiten dabei gewesen zu sein und nun nicht die Premiere wahrnehmen zu koennen. Ich muss die Tage immer wieder an die Erlebnisse denken, die wir mittlerweile vor ziemlich genau einem Jahr zusammen gehabt haben. Fuer mich war es eine ereignisreiche Zeit die mir neues Gezeigt hat und sicherlich praegend auf das letzte Jahr gewirkt hat. Es ist aber nicht nur der Film an sich den ich endlich komplett und fertig sehen moechte, sondern vorallem auch die ganzen Meschen die irgendwie an dem Projekt beteiligt waren und die ich zum Teil seit dem nicht mehr gesehen habe.

Wir sind noch Cochabamba, ich geniesse das bunte Treiben in den Strassen. Es ist immer wieder schoen durch die Gassen zu laufen und um einen herum gehen die verschiedensten Menschen ihren Taetigkeiten nach. Ich schwebe immer wieder zwischen einem Heimwehgefuehl und Fernwehgefuehl. Ich merke auf der Reise ziemlich deutlich, was mit an meiner Heimat, insbesondere den Menschen dort liegt und wuensche mich manchmal dorthin. Andererseits taucht auch immer wieder das Verlangen auf, schnell wieder auf Reise gehen zu wollen, vieleicht in Osteuropa...?
Neben dem Leben im jetzt, gerade in Bolivien beschaeftige ich mich oft mit der Frage was ich danach mache. Ich versuche klar zu bekommen wie, wo ich leben moechte. Ein Studium an der Uni ist irgendwie weiterhin noch kein Thema fuer mich. U.a. konkreter angeregt durch ein Treffen im Rahmen der Connecttagung in Dornach bewege ich die Frage nach einem "freien Studium" in mir. Aber was das im konkreten fuer mich heisst ist mir noch unklar. Mal sehen was sich ergibt...

Dienstag, 16. Juni 2009

Corumba - Santa Cruz (08.06 - 16.06)

Mit einigen anderen Backpackern checkten wir in in Corumba in einem ziemlich einfachen Hostel ein, um am naechsten Tag die Grenze anch Bolivien zu passieren. Frueh morgens am 08.06. machten wir uns auf zum Busbahnhof um dort unseren Ausreisestempel zu bekommen, mit dem Taxi ging es dann zu der wenige Kilometer entfernten Grenze. Dort angekommen, standen erstmal die Zollformalitaeten an. Nachdem wir saemtlcihe Angaben zu unserer person und den Reisegruenden gemacht hatten, gabts von dem stets grimmip schauenden grenzbeamten den Einreistempel fuer 30 Tage. Leider hatten Linnet und Ich so gut wie keine Reals mehr, so dass wir auf der bolivianischen Seite der Grenze unbedingt eine Bank finden mussten um das Zugticket nach Santa Cruz bezahlen zu koennen. Zunaehst begegneten uns in dem ziemlich kleinen Grenzort aber nur Scharen von Geldwechslern, aber keine Bank. Eigentlich finde ich hat diese Situaion etwas, man ist irgendwo an der brasilianisch-bolivianischen Grenze, laeuft mit Rucksack auf dem Ruecken durch irgendwelche staubigen, treckigen Strassen, schlaengelt sich zwischen stinkenden und stetig hupenden Autos entlang, immer wieder rennt ein Hund einem an den Fuessen vorbei und die Laeute am Strassenrand starren einen an. Die erste Bank war gefunden, doch akzeptierte sie nur VISA-Karten. Die Suche musste also weiter gehen, nach einigem Durchfragen tauchte schliesslich eine weitere Bank auf, die unsere Karten akzeptierte.
Am Bahnhof angekommen, oeffnete recht bald der Schalter. Wir kauften die Tickets, es gab nur noch erste Klasse, was dann 115 Bolivinos (ca. 11 Euro) fuer 20 Stunden Zugfahrt und geschaetzte 600 Kilometer machte. In der Mittagshitze gings los. Der Zug hat den Stitznahmen "Todeszug" was aber mittlerweile nicht mehr so ganz zutrifft. Mit ueberschaubaren 50 KmH Maximalgeschwindigkeit schlengelte sich der Zug durch eine ziemlich unbesiedelte Landschaft. Doch immer wenn die stetig nach rechts und links schwankenden Waggons an hielten, stieg eine riesige Anzahl an Frauen und Kindern, die gebratene Fleischspiesse, Reisschalen, Broetchen, Kaffe, Obstnetze und Coca Cola verkauften zu. Das machte die Zugfahrt fuer ein paar Minuten immer sehr lebendig. Die mehr als durchgesessenen Stitze liesen sich netter weisse nach hinten Klappen. Am Fenster sitzend konnte man dazu die Fuesse aus dem Fenster strecken und dann in dieser halbwegs gequemen Position die Landschaft betrachten. Ab und zu standen ein paar Haeuser an der Strecke, ansonsten erstreckte sich ein flaches, teilweise kultiviertes Land.
Als es draussen vollkommen Dunkel war, haette eigentlich die Belaeuchtung in Zug anspringen muessen, doch diese Funktionierte nicht auf Anhieb, so tuckerten wir fuer eine weile ohne Licht durch die dunkle Landschaft.
Eigentlich hatten wir uns auf 24 Stunden Zugfahrt eingestellt und waren somit aeusserst ueberraschft, als wir am naechsten morgen nach bereits 20 Stunden Fahrt in Santa Cruz ankamen. Ploetzlich musste es schnell gehen, alle Sachen zusammensuchen und Raus. Auf dem Bahnsteig konnten wir dann noch von einem Wachmann angetrieben alle Sachen wieder verpacken und machten uns dann mit den anderen Backpackern auf ein Hostel fuer die naechsten Tage zu finden.
In einer recht schmucken Herberge, zwei Blocks vom Plaza, dem Stadtzentrum entfernt checken wir noch relativ frueh morgens ein. Die Innenstadt rund um den Plaza, ein grosser Platz mit Baeumen, etwas Gruenflaeche, vielen Sitzbaenken und Schuhputzern besteht aus zahlreichen kleinen Laeden, Eiskaffes und Imbisbuden. Auf den vielen Baenken des Plazas sitzen stetig Laeute unterhalten, trinken einen Kaffe von einem der mobilen Kaffeverkaeufer oder lassen sich die Schuhe putzen. Dieses ziemlich friedliche und gesellige Leben wird in der ganzen Innenstadt von Polizisten und Sicherheitsbeamten, die mit Schlagstoecken am Guertel und teilweise Schrotflinten oder Gewehren um die Schulter tragend, das gesellige Leben bewachen. Warum ist mir schleierhaft. Allerdings ist dieses entspannte Leben rund um den Plaza so nicht ganz representativ fuer die Stadt: In den Seitenstrassen des Plazas liegen immer wieder Menschen in Hauseingeangen oder teilweise auf dem offenen Gehweg und schlafen, Frauen sitzen mit ihren Kindern an den Ecken und betteln um ein paar Bolivianos oder sogar Kinder, die selbst kaum aelter als 6 Jahre sind fragen mit einem Baby auf dem Arm nach Geld.
Nach zwei Tagen in Santa Cruz sind wir fuer 3 Tage nach Samaipata gefahren. Jetzt waren wir gerade noch einmal zwei Tage auf Zwischenstation in Santa Cruz um morgen weiter nach Cochabamba zu fahren.

Pantanal (4.06.-7.06.)

Nach 1 1/2 wunderschoenen, geselligen, kulturellen, aber auch lauten und staedtischen Wochen verliessen wir Sao Paulo in Richtung bolivianische Grenze. Nach den vielen Grossstadterlebnissen sehnten wir uns nach Weite und Natur. 15 Stunden fuhren wir mit dem Bus durch eine Landschaft, die mich zum Teil an Bilder des wilden Westens Amerikas und zum Teil an Gegenden Afrikas erinnerte: endlose Steppe, Strassen die zum Horizont reichen, Kuhweiden und Ranches, andererseits tiefrote Erde, schlammig rote Strassen gesaeumt von gruenen Baeumen, aermliche aber bunte Doerfer.

Von der Stadt "Campo Grande" aus brachen wir schliesslich zu einer viertaegigen Tour in das Naturschutzgebiet "Pantanal" auf.

Das Pantanal (portugiesisches Wort fuer "Sumpf") ist ein artenreiches Feuchtbiotop im Suedwesten Brasiliens, das sich mit einer Groesse von 230 000 km2 bis an die Grenzen Paraguays und Boliviens erstreckt. Waehrend der Regenzeiten (leider Okt.-Maerz) wird das Gebiet fast vollstaendig uberflutet und ist weitgehend nur per Boot zu erreichen. Doch auch in der Trockenzeit ist die Landschaft durch zahlreiche Fluesse und Seen ein Erlebnis. Durch die jaehrliche Ueberflutung ist das Pantanal kaum besiedelt und bietet somit einer Fuelle an Tieren und Pflanzen Raum und Nahrung.

Wir verbrachten 3 Naechte und mehr oder weniger 4 Tage auf einer Farm, ca eine Stunde Jeepfahrt von der naechsten asphaltierten Strasse entfernt, zusammen mit vielen netten Backpackern, Streichelschweinen, Schafen, Pferden und vieelen lauten Papageien am Tag und Fledermaeusen in der Nacht um uns herum.

Am ersten Morgen klingelte der Wecker im Maedchendorm um 3:30. Draussen war es noch dunkel und kalt, verschlafen torkelten wir zum Truck. Unser Guide in kurzen Hosen und T-shirt schien bereits topfit. Auf dem Truck sitzend, bei gefuehlten Minusgraden fragte ich mich, warum ich drei Bikinis dabei habe, aber keinen Wintermantel.

Im Spot der Taschenlampe des Guide beobachteten wir rotgluehende Augen in der Dunkelheit, im Unterholz und im Wasser: Waschbaeren, Wasserschweine und Alligatoren.

Um 6:00 bestaunten wir bei einem kleinen Spaziergang einen wunderschoenen Sonnenaufgang und fruehstueckten anschliessend Kekse und Melone im Truck. Es wurde waermer. Nein, es wurde HEISS, innerhalb weniger Stunden. Den Vormittag verbrachten wir mit der "Jeep"- bzw Trucksafari und beobachteten und fotografierten, mit Touriebegeisterung, Tiere. Insgesamt beobachteten wir waehrend unseres Aufenthaltes noch Hirsche, Guerteltiere, Fuechse, Aras, Tukane, Otter, Affen und viele viele andere Tiere, insbesondere Voegel.

Am spaeten Vormittag stapften wir mit unsrem Guide durch hohes trockenes Gras, auf der Suche nach Schlangen (ich fragte mich die ganze Zeit, was passiert, wenn ICH eine finde und bemuehte mich sehr in die Fussstapfen meines Vorgaengers zu treten), fanden aber nur ein paar Schlangenhaeute...Puh.

Nach einem laengeren Walk und Mittagessen am Lagerfeuer und Flussufer ging es mit dem Truck wieder ein Stueck Richtung Farm. Auf halber Strecke verliessen wir Truck und Strasse und verbrachten den Rest des Tages mit unserem Guide im Unterholz.

So schlichen wir durch Palmen- und Laubwaelder, beobachteten Affen, diverse "Baeren" (Nasenbaeren und einen Ameisenbaeren) und bestaunten die Natur um uns herum, die riesigen, in ihren Wurzeln verschlungen wachsenden Baeume. Ich genoss es unheimlich, im Wald zu sein. Die Waelder hier sind atemberaubend. Allein Palmen sind bemerkenswerte Pflanzen: die Palmenblaetter, bzw -wedel und die Staemme koennen fuer allerlei handwerkliche Arbeiten, hier zb zum Hausbau, verwendet werden. "Palmito" die Palmenherzen sind hier eine traditionelle Speise, die wir schon oft gegessen haben. Das Kokoswasser ist ein koestliches und sehr gesundes Getraenk (auf Jamaika gibt es angeblich eine Gruppe Rastafari, die sich allein von Kokosnuessen ernaehren), die Rinde kann zum Wasserfiltern verwendet werden und der Rindensaft ist ein Heilmittel gegen allerlei Infektionen.

Nach mehreren Stunden in Wald und Feld kehrten wir zerstochen und mit einem Gemisch aus Schweiss, Dreck, Sonnencreme und Insektenschutzmittel auf der Haut zurueck, voellig fertig, aber gluecklich. Bis auf die Moskitos und ein paar andere eklige Insekten (z.B. schwarze Bienen, die sich im Kopfhaar einnisten) ein grandioser Tag!! Zum Glueck haben wir ja "Nobite", unser chemisches Insektenschutzmittel, dessen Geruch wir mitlerweile als ungefaehr den von Kabelbrand identifiziert haben. ;-)

Am zweiten ganzen Tag erkundeten wir das Pantanal auf Pferderuecken, zuckelten ueber Sandwege, wateten durch tiefe Seen und striffen durchs Buschland. Am spaeten Nachmittag starteten wir zu einem Motorboottrip auf dem "Pumkin"-Fluss, waehrend dem wir eine Vielzahl an Voegeln beobachten konnten-und natuerlich immer wieder Alligatoren, die hier in riesigen Scharen, unbeweglich vor sich hinstarrend am Ufer liegen.

Den letzten Abend verbrachten wir mit den anderen Backpackern am Lagerfeuer, ein wenig sentimental darueber, Brasilien nun bald zu verlassen.

Der kroenende Abschluss (fuer mich weniger) war das Piranha-fishing am naechsten Morgen: den halben Tag sassen wir in der brennenden Sonne am Flussufer und warteten, dass einer der kleinen bissigen Fische anbeisst, bei mir ohne Erfolg, worueber ich nicht traurig war. Ein Junge neben uns hatte noch weniger Erfolg: statt eines Piranhas fischte er eines der Krokodile! Das arme Ding konnte aber wieder gerettet werden.

Nach dem Piranha-Mahl am Mittag verliessen wir das Pantanal zusammen mit einer grossen Gruppe Englaendern, Iren und einem Schweizer, alles sehr nette Leute, mit denen wir bis vor ein paar Tagen sogar noch in Bolivien unterwegs waren.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Sao Paulo

Sao Paulo ist von Deutschland um die 10.000 Km entfernt, trotzdem ist Deutschland fuer uns selbst hier greifbar nah: Wir treffen Zivildienstleistende und FSJler aus Wuppertal, Wetter und Dortmund, einen Schauspieler und Theaterpaedagogen aus Dortmund der in Witten mit der "Projektfabrik" gearbeitet hat und in der Waldorfschule haengen Flyer von "Theater Total" aus Bochum.
Die Waldorfschule gestalltete sich im aeusseren sehr schoen, jedoch ist sie hier eine klare Schule fuer Kinder der Oberschicht deren Eltern die Schule eher weniger aus gruenden der Waldorfpaedargogik gewaehlt haben als das sie eine Privatschule ist und somit irgendwie besser sein muss als die oeffentlichen Schulen. Somit ist die Schule komplett Eingezaeunt und wir von einem Portier bewacht, der jeden kontrolliert der raus und rein moechte.
Aehnlich gestalltet sich Stadtviertel um die Schule. Hohe Mauern die von Natodraht Kameras und Bewegungsmelder geziert werden, dahinter bellenen Hunde und Portiers, hinter verspiegelten Scheiben sitztend ueberwachen das Ganze. Hinter all dem verbergen sich, oftmal von der Strasse gar nicht erkennbar die Villen der neureichen Oberschicht Sao Paulos.
Es gibt eine Flut an kleinen Arbeitsplaetzen, so sind an jeder Tankstelle, an jeder Zapfsaeule Menschen die Tanken, Scheibenputzten und den Oelstand kontrollieren. An jeder Kasse im Supermarkt tueten Menschen die Einkaeufe in kleine Plastiktueten ein, auf Fahrraeder werden diese dann teilweise zum Kunden gefahren. In bestimmten Vierteln sitzten Menschen in oder vor ca. 3 Quadratmeter grossen Huettchen und bewachen die Strassen. Auf den Gehwegen der Innenstadt stehen immer wieder Leute, die ein Werbeplakat umhaben und so den ganzen Tag als eigentlich lebendige, aber stetig stehende oder sitzende Litfassseule arbeiten.
Sympathisch sind die kleinen, offenen Eckkneipen die von oben bis unten mit weissen Karreln Ggefliesst sind und aus einer Jukebox brasilianische Musik hallt. Vor und in der Kneipe spielt sich das Leben ab, es wird zusammen getrunken, diskutiert und auch mal lauthals gesungen.
Der Verkehr ist ein einziges Chaos. Morgends und am spaeten Nachmittag geht nichts mehr, da das Metronetz viel zu lueckenhaft ist fahren fuer die Strasssen viel zu viele Autos. Jeder der es sich irgendwie leisten kann hat ein Auto. Es wird gehupt ohne Ende, doch es wirft einem keiner beim Ueberholen einen boessen Blick zu.
Von den Hochhaeusern des Zentrums reicht der Blick weit ueber die Haeuserdaecher, erreicht aber niemals ein Ende dieser 20 Millionen Einwohner Stadt.

Dienstag, 2. Juni 2009

Strandhaus - Barra do Sahy

(Dieser Artikel ist eine Weiterfuehrung des unten stehenden Rueckblick)

Alle Menschen an der Bushaltestelle belustigten sich ueber unsere Versuche dem Verwalter verstaendlich zu machen, dass wir angekommen sind und er uns abholen kann. Mit einem Quad ging es ueber eine Huegelpiste zum Haus. Angekommen, erblickten wir ein wunderschoenes, mitten in Baeume und Straeucher eingebettetes, im suedfranzoesichem Stil gehaltenes Haus. Eine kleine Schneise durch die, in einander verschlungenen Baeume, Graeser, Straeucher und Blumen eroeffnete uns einen fantasitischen Blick auf die kleine, vor uns liegende Bucht. Zur rechten erstreckte sich ein kleiner Sandstrand, der von den bewaldeten Huegeln, die die Bucht begrenzen beendet wurde. Zur linken schweifte der Blick ueber das offene Meer auf dem sich in gelb-organge-rot die untergehende Sonne spiegelte. Waehrend die Grillen um uns herum zirpsten und wir das Rauschen der Meeresbrandung unter uns hoerten, bestaunten wir all abendlich das Lichtspektakel der untergehenden Sonne. Fuer mich war es das erste Mal, dass ich den impressionsichtischen Maler wahrhaftig Nachempfinden konnte, scheinbar sekuendlich aenderte sich das Licht, der doch relativ schnell verschwindenden Sonne. Nachdem das Sonnenlicht erloschen war, starteten die Fledermaeuse ueber unseren Koepfen ihre rasanten Fluege durch die Nacht und Gluewuermchen, die Leuchtsignale wie Autoblinker gaben, kreuzten vor unseren Augen. Ein Salamander, an der Scheibe klebend, verschmausste eine Heuschrecke.
Lediglich die stetig stechenden Muecken waren unser einziges Sorgniss, so unterbrach, das Klattschen, auf unsere Beine und Arme die abendliche Ruhe. Ruhe im, fast kindlichen Erleben des selbigen und der Natur ist wohl der zentrale Gemuetszustand waerend dieser Tage. Es war wie eine Entfalltung der Sinne fuer das, was uns umgibt. Wobei wir feststellten, dass diese Ruhe, einhergehend mit absoluter Aufgabenlosigkeit auch nichts ist was nicht Anstrengungslos fuer uns war. Wir merkten immer wieder einen gewissen Tatendrag, dass Verlangen nach Dingen, die wir konkret tun koennen. So war das Strandhaus vielen Dingen total Unterschiedlich zu Rio de Janeiro, ploetzlich waren nur wir und die Natur im Raum und kein manigfaliges Leben einer Grossstadt um uns herum.

Dienstag, 26. Mai 2009

Wir leben noch! - ein Rückblick über die letzten 2 Wochen


Nach dem Aufbruch von Rio verbrachten wir zwei viel zu kurze, aber dennoch erlebnisreiche und kostbare Tage auf der wunderschönen Ilha Grande: eine langgestreckte Insel vor der brasilianischen Küste "Costa Verde", die nur aus Bergen, tropischem Wald und wunderschönen Stränden zu bestehen scheint. Einzig die zum Festland liegende Küstenseite ist dünn aber dicht mit Pousadas (Hostels) , Restaurants und verschiedenen Touriebüros besiedelt, die komplette Insel ist jedoch unmotorisiert. Allein auf Wander- und Wasserwegen kann die Insel erschlossen und erkundet werden.
Wir verbrachten zwei Nächte in einem sehr hübschen am Berg gelgenem Hostel, umgeben von tropischen Bäume und Goldfischteichen, mit Hängematten, Windspielen und Räucherstäbchenduft. In gemütlichen Gemeinschaftszimmern bekamen wir ersten Kontakt mit der brasilianischen Backpackerszene.
Aus den Pousadas schallt Raegge und brasilianische Forro-Musik. Ueberall wuseln Hunde und Katzen herum, die weitgehend ein schoenes Leben am Strand geniessen (doch mein Herz ist beinahe zerbrochen als ich ein paar wenige Tage alte fiepende Katzenbabies, am Wegrand im Pappkarton, gesehen habe...).
Am ersten Tag erkundeten wir die Buchten und kleineren Inseln auf der Vorderseite der Insel im Kanu. Als der Junge vom Kanuverleih uns versuchte zu erklaeren, dass wir die erste Bucht nicht verlassen sollten, war es sehr zu unserem Vorteil, dass wir FAST kein portugiesisch verstehen und sprechen... In anderen Situationen erweist sich dies als schwieriger. Als ich die Fahrkartenfrau an der Faehre fragte, wo es Toiletten gaebe und mich des spanischen Wortes SERVICIOS bediente, wurde ich nur verstaendnislos angestarrt. Spaeter lernte ich, dass das portugiesische Wort fuer Toilette BANHEIRO ist und die arme Frau gedacht haben muss, dass ich sie auf dem Bootsteg nach einem Kellner gefragt habe (portugiesisch Kellner=servicos).
Den ersten Abend verbrachten wir mit anderen Rucksacktouristen im Hostel.
Am zweiten Tag buchten wir eine Bootstour zu einem Strand auf der anderen Seite der Insel. In einem ausgebauten Fischerkutter schipperten wir das kurvige Ufer der Insel entlang und bestaunten die unberuehrte und artenreiche Natur der Ilha Grande: ein gruenes Meer aus ineinander verschlungen wachsenden Baeumen und Straeuchern, die von unten nach oben und von oben nach unten zu wachsen scheinen. Zwischendurch immer wieder bunte Blueten, selbst an den steilen, felsigen Ufern wachsen kleine Straeucher und kakteenartige Pflanzen.
Da der Wellengang auf der zum offenen Meer gelegenen Seite der Insel sehr viel rauer ist, konnten wir den Strand, zu dem wir gelangen wollten, nicht direkt anfahren. So hielten wir an einer Stelle, an der die Insel nur sehr schmal und nicht sehr bergig ist und ueberquerten zu Fuss noch einen kleinen Bergkamm. Auf schmalen Trampelpfaden durch den Wald erreichten wir schliesslich unser Ziel, den Strand LOPEZ MENDES: ein naturbelassener kilometerlanger Sandstrand, eingerahmt vom tropischen Baeumen und Palmen. Aufgrund der hohen Wellen ein Paradies fuer Surfer, sowie ein wunderschoener Anblick - durch Wasser und Sonne liegt der geschwungene Strand permanent in einem glitzernden Dunst.
Unser Highlight des Tages : kleine Aeffchen in den Baeumen ueber uns, die sich fuettern und streicheln liessen!!!

Bei Sonnenuntergang und zu Jack Johnson Musik fuhren wir am Abend wieder zurueck und waren mit uns und unserer Zeit auf der Ilha Grande insgesamt sehr zufrieden.


Am naechsten Morgen schaukelten wir auf der Faehre wieder zurueck aufs Festland. Nach einer rasanten Busfahrt an der gruenen Kueste entlang erreichten wir unseren naechsten Etappenstop Paraty.
Paraty ist eine kleine Kuestenstadt mit historischem Stadtzentrum im Kolonialstil. Wir erwarteten eine ueberrannte Touristenhochburg, wurden jedoch ganz wundervoll ueberrascht: die Stimmung in den kleinen Gassen zwischen weissgetuenchten Haeusern und Kirchen ist froehlich-gelassen, hinter farbenfrohen Fensterlaeden verbergen sich stilvolle Designer- und arts and crafts-Laeden.
So schlenderten wir mit Einheimischen und Touristen durch die kleinen Gassen und assen in einer brasilianisch-niederlaendischen Creperie zu Abend (solche und aehnliche Phaenomene begegnen uns hier andauernd: deutschbrasilianische, italienischbrasilianische, niederlaendischbrasilianische Familien etc. fuehren zur internationalen Vielfaeltigkeit der Menschen hier).
Am spaeten Abend werden die Gassen von Musik erfuellt, die aus den zahlreichen Bars toent. Die Ladenbesitzer stehen in ihren Tueren, plaudern mit ihren Nachbarn, ueberall Stimmengewirr und Lachen, ein paar Leute tanzen vor einer Bar auf der Strasse.
Bei Gitarren-Livemusik tranken wir unseren ersten Caipirinha und genossen die Stimmung um uns herum.

Ein Highlight in Paraty: Selbstbediener-Eisdielen mit exotischen Eissorten (besonders lecker Kokos, Maracuja und Mango!!!), -sossen und -streuseln, Preis nach Gramm.
Was wir ebenfalls, in unserem Hostel, lernten: „please, don’t throw the toilet paper in the toilet“ Macht man in Suedamerika einfach nicht.
Es wird ein Geheimnis bleiben, wieviele Toiletten wir auf unserem Weg bereits ausser Gefecht gesetzt hatten.

Der naechste Tag begann ungewiss. Doch nach einer weiteren abenteuerlichen bzw. halsbrecherischen Busfahrt an der Costa Verde, bergauf, bergab, Kurve um Kurve, In Richtung eines Ortes, den zunaechst niemand kannte, erreichten wir tatsaechlich unser Ziel! SUPER GEFUEHL.
Es tut gut, sich in dem zunaechst Unbekannten zurecht zu finden. Auf erste Ratlosigkeit folgt Kreativitaet und Tatendrang und am Ende funktioniert es. GoogleMaps, Mut zum Portugiesisch und ein paar hilfsbereite Menschen im Bus (da es weder Fahrplaene noch Ansagen zu den Stationen gibt, muss man den richtigen Moment abpassen, um aus dem Bus zu springen) brachten uns an unser Ziel: die Bushaltestelle von Barra do Sahy. Weiter kannten wir den Weg noch nicht.

Montag, 18. Mai 2009

Rio - ein Resume


Rio ist riesig. Und doch klein. Schon ein wenig vertraut. Rio scheint immer beides zu sein: gegensatzgepraegt. Arm und reich. Stadt und Natur. Strand und Strasse. Romantisch und gefaehrlich.

Steht man am Strand und schaut auf die dunstigen, bewaldetet Inseln am Horizont, so verstummen die Grossstadtgeraeusche hinter einem. Man hoert nur noch das Meeresrauschen und vergisst, dass man an einem der beruehmtberuechtigsten Straende der Welt steht: in Rio. Leise und laut. Copacabana und Favela. Fast nebeneinander.


Im Geschaeftszentrum der Stadt begegnet man zwischen Wolkenkratzern einem Gemisch aus Menschenmassen, Staub, Laerm und Abgasen. Ueberall ist wildes Treiben und in engen Seitengassen kann man sich vor herumschwirrenden Strassenhaendlern kaum retten. Im weitlaeufigem, ebenfalls in der Stadt befindlichem Jardim Botanico dagegen kann man im Schatten riesiger tropischer Baeume Natur und Stille geniessen: wunderschoen angelegte Seerosenteiche, Flusslaeufe, Pavillons und herumflatternde Schmetterlinge.


In den Einkaufstrassen von Leblon schlafen obdachlose Menschen auf alten Pappen neben den Eingaengen von Shoppingmalls und Designerlaeden. Ueber all dem scheint die tropische Sonne. Es riecht nach Caipirinha und Parfum. An jeder Ecke befinden sich Saftbars und Staende mit "agua de coco". Unser Lieblingsgeschaeft ist der "Hortifruti", in dem es all die Fruechte gibt, von denen wir nicht wussten, dass sie ueberhaupt existieren. Zum Teil erkennt man einen Joghurt- oder Shampooflavor wieder wie z.B. Maracuja, aber vieles ist kulinarisches Neuland. Selbst das Altbekannte an Obst erscheint neu, frischer und voller Geschmack.

Was ist Rio fuer uns? Wir haben vor allem die schoenen Seiten von Rio kennen gelernt: Leblon, baumgesaeumte Strassen und schoene und imposante Gebaeude. Wohlhabende und schoene Menschen.
Rio wird fuer uns auch immer in Verbindung mit einer freundlichen Familie stehen, die sich liebevoll um uns gekuemmert hat: Charlotte, Edoardo und Rubia (plus das "Goldstueck" der Familie, der Hund). Bisher ist uns fast ueberall Freundlichkeit begegnet: hilfsbereite Menschen auf der Strasse oder im Supermarkt, Busfahrer, Taxifahrer, Hotelportiers. Rio ist fuer uns Kokoswasser am Strand, abenteuerlicher Verkehr, "nao entendo" und "obrigado" ("Ich verstehe nicht" und "danke"), die von uns quasi aequivalent verwendet werden.
Aber vor Allem ist Rio Anfang. Wir sind gespannt, wie es weitergeht.

Gestern morgen um 4:00 nahmen wir bei tropischem Regen Abschied von Rio und machten uns auf den Weg Richtung Ilha Grande.

(Am Busbahnhof, Tickets bereits gekauft und im euphorisch-mueden Zustand mussten wir feststellen, dass wir unseren wertvollsten Gegenstand nicht bei uns hatten: unseren "lonely planet"-Reisefuehrer.
So werden wir wohl eine Weile getrennt von ihm reisen und uns mutig alleine durchschlagen, bis sich unsere Wege in Sao Paulo hoffentlich wieder kreuzen.)

Donnerstag, 14. Mai 2009

Es ist Mittwoch abend und die ersten vier Tage in brasilien haben wir erlebt. Alles ging los mit einer ziemlich wilden Busfahrt vom Flughafen in den Stadtteil Leblon, anfangs fuhren wir an brennenden Gettotonnen, auf Muelbergen lebenden Kuehen und Ziegen vorbei bis es immer staedtischer wurde und wir uns zwischen Hochhaeusern befanden. Schliesslich erreichten wir Leblon Beach, hier war fuer uns Endstation. Mittels googlmap Karte navigierten wir uns zwischen den Haeuserblogs entlang, schliesslich fanden wir die richtige Strasse doch konnten wir die Hausnummer nicht finden. Mit unsernen Rucksaecken und unserer Orientierungslosigkeit waren wir ziemlich auffaellig, so dass gleich mehrere Leute uns ihre Hilfe anboten. Nach einigem hin und her ueberlegen fanden wir schliesslich doch das Haus. Nun wohnen wir hier bei der Familie Russo, die uns super nett aufgenommen hat. wir haben ein zimmer in dem wir uns ausbreiten koennen. da sonntag muttertag war sind wir direkt um die ecke etwas essen gegangen, was nach dem weniger schmackhafen flugzeugessen ein echter genuss war. abends sind wir noch etwas durch den stadtteil gelaufen und waren kurz am strand.
montag morgen begaben wir uns erstmal auf die suche nach einer bank bei der wir mit unseren ec karten die ersten reals abheben konnten, nach einigen erfolglosen versuchen akzeptierte die citybank schliesslich unsere karten. die zeitumstellung, das andere klima (25 bis 30 grad), die ganzen eindruecke noetigten uns zu einem ausgiebigen mittagsschlaefachen. insgesamtr schlafen wir hier sehr viel, wohl da vieles noch neu ist und da es ab sechs uhr abends dunkel ist.
gestern haben wir uns zwei klassiker rios vorgenommen, den zuckerhut und den christus. mit bus und zu fus bahnten wir uns den weg zur seilbahnstation des zuckerhuts, doch war diese leiter wegen reperaturarbeiten geschlossen. so viel der zuckhut fuer uns aus. mit der zahnradbahn und vielen englaendern fuhren wir zum christus. leider war es schon mittagszeit und die sicht durch etwas nebel nicht so brilliant.
heute liesen wir es am strand ruhig angehen.
wahnsinnig schoen ist die auswahl an obst in den supermaerkten, es gibt einfach ein riesiges sortiment an tropischen fruechten. insbesondere wie heute am strand zu liegen und kaltes kokuswasser aus kokusnuessen zu schluerfen hat irgendwie schon was.
naja, wir wissen noch nicht so genau wie es die tage weitergeht. es wird sicherlich deutlich anders werden, wenn wir nicht mehr so umsorgt bei der familie russo leben.
liebe gruesse

Montag, 11. Mai 2009

bon dia

ein herzliches hallo in die runde,
wir sind gestern gut angekommen; der flug war gut. wir sind dann mit dem bus vom flugahben rio einmal durch die halbe stadt gefahren. anfangs fuhr der bus durch ein ein favela was fuer uns schon ziemlich heftig war, dann wurde es immer staedtischer un ploetzlich waren wir mitten in rio. wir sidn dann an bis zum leblon strand gefahren. von da aus haben wir uns mit der karte durch ein paar viertel gelaufen. das haus der familie war schwer zu finden, aber uns wurde ziemlich schnell und gut geholfen.

die familie von brenno ist auserst nett und fuer uns ist es ziemlich komfortabel. beide sprechen englisch unf die frau sogar deutsch. wir wohnen hier schon ziemlich luxerioes.....

die zeit im internetkaffe ist langsam um, wir melden uns die tage mal ausfuerlicher

Samstag, 9. Mai 2009

Es geht los

Nun ist es soweit, heute 22:05 starten wir ab Frankfurt. Wir fliegen über Sao Paulo nach Rio de Janeiro und werden um 10:30 Ortszeit landen. Die Tage hat sich geklärt, dass wir die ersten Tage in Rio bei eine Familie unterkommen können. Ich finde es sehr schön, dass wir nicht direkt in ein Hostel müssen, sondern so in relativer Ruhe erstmal ankommen können und dann "ausschwärmen" könnnen.
Auch insgesamt ist es für uns eine riesige Erleichterung von vielen Menschen Tipps, Ideen oder auch konkrete Adressen bekommen zu haben. Ich bin wirklich sehr dankbar dafür und habe gemerkt, dass jedes Gespräch die Reiselust noch etwas mehr geschürrt hat. Trotzdem gehe ich mir viel Respekt an die Sache, weil ich mir nicht sicher bin inwiefern z.B. die Sprache eine große Barriere ist, um tiefer einsteigen zu können.

Erst ist aber sitzen im Flugzeug angesagt, 12 Stunden über den Wolken. Ist irgendwie Skurril in 12 Stunden um 1/4 der Welt zu kommen.

Dienstag, 5. Mai 2009

Vorbereitung

Wir stecken weiterhin in den Vorbeitungen. Bin dabei alles Wichtige und Unwichtige zu sammeln. Habe heute morgen Medikamente gekauft, ich bin mal gespannt welche wir unbenutzt wieder mit bringen, ich hoffe viele!
Mir fällt gerade auf, was für eine organisatorische Bedeutung mein PC und mein Handy haben. Beide nehme ich nicht mit und so langsam merke ich wieviel an den beiden Geräten dranhängt. So muss ich gerade E-Mailadressen und Handynummern herausschreiben um sie dabei zu haben. Mehr oder weniger Lustig ist es mit Passwörtern die z.B. bei Skype eingespeichert sind, so dass ich jetzt Rätselraten muss, was für ein Passwort ich bei Skype habe um dann auch mal irgendwo anders meinen Account nutzen zu können.

Naja, sonst ist bei mir alles relativ entspannt. Am Wochenende merkte ich schon immer wieder mal, dass es kein Holland Urlaub ist. So eine gewisse Anspannung wie wir zurechtkommen, wie das mit der Komunikation läuft u.s.w. war schon vorhanden.

So weit...

Liebe Grüße Simon

Donnerstag, 30. April 2009

Olá, Hola auf unserem Reiseblog

Der Abflug kommt immer näher. In neun Tagen fliegen wir ab Frankfurt Flughafen über Sao Paulo nach Rio de Janeiro.

Als Linnet und ich vor gut 2 Monaten die Flüge gebucht haben lag alles für mich noch in ziemlich weiter Ferne. Ich war in Hugoldsdorf und die Reise war noch kein Thema was mich täglich beschäftigte. Nun ging es, wie es dann oftmals so ist, alles ziemlich schnell und wir stecken tief in den Vorbereitungen: Impfungen, Adressen vor Ort, Medizin, Gepäck, Versicherung, die Sprachen lernen, das Monetäre regeln u.s.w. Wobei in mir immer wieder die Frage aufkommt, was ist wirklich notwendig zu klären und besorgen und was ist übertrieben bzw. entsteht durch falsche Vorstellungen die ich von Südamerika habe. Insbesondere bei den Impfungen finde ich es sehr schwer mir ein Bild zu machen, welche Impfung ist sinnvoll und welche ist übertrieben. So hätte die gute Amtsärztin von der Gelbfieberimpfstelle mir am liebsten die ganze Wahrenpalette an Impfstoffen in den Arm gespritzt. Naja, mittlerweile hat Linnet alle Impfungen und bei mir steht nur noch nächste Woche ein auf em Plan.

Dank einiger Menschen mit denen wir in den letzten Wochen gesprochen haben, haben wir schon ein paar potentielle Übernachtungsmöglichkeiten außerhalb von Hostels und Pousadas. Ansonsten werden wir versuchen über „Hospilalityclub“ und „Couchsurfing“ Leute zu finden, bei denen wir pennen können.

Die Reiseroute ist für die ersten zwei Woche schon mal angedacht. Wir wollen in mehreren Etappen von Rio nach Sao Paulo kommen. Geplant ist, ein paar Tage in Rio zu bleiben, um vor allem erstmal wieder „klar zu kommen“. Wenn es klappt, können wir hier bei der Familie eines Freundes von Pedro schlafen. Nach ein paar Tagen Rio (einen ausführlicherer Rio Aufenthalt machen wir evtl. am Ende der Reise, da wir eh ab Rio wieder abfliegen) würden wir etappenweiße zur „Ilha Grande, nach „Paraty“, wenn wir ihn finden einen „Hippistrand“ und zur „Ilhabela“. Die „Ilha Grande“ und „Ilhabela“ sind beides Inseln die relativ nah an der Küste liegen und noch teilweiße ziemlich unberührt sein sollen. „Paraty“ ist eine alte Kolonialstadt und einer der Klassiker für Touris. Nach einer Woche Erkundung dieser Orte werden wir für eine Woche in das Strandhaus von Pedros Familie gehen. Ich schätze, dass diese Woche ein bisschen an einen klassischen Urlaub erinnern wird. Ich freue mich aber auf die Ruhe des Strandhauses. Danach wird’s in die 20 Millionen Metropole Sao Paulo gehen, hier werden wir bei Pedros Mutter wohnen.
Nun sind die Ziele immer entfernter und ungenauer. Wenn sich nichts ändert, wollen wir nach Bolivien und Peru reisen. Ich finde es gut, dass wir nur zwei Wochen schon im Vorhinein fester geplant haben. Ich finde es wichtig so frei zu sein, dass wir auf das, was uns vor Ort begegnet, reagieren können.

Ich freue auch besonders auf das Reisen an sich. Also, unterwegs sein, nur mit dem was man braucht, sich in einer neuen, unbekannten Umgebung befinden, niemanden kennen… Ich glaube, dass diese Situation einem ein gutes Selbstbewusstsein - eine Bewusstheit über mein Sein bringen kann, weil vieles was mich sonst vielleicht im Leben hält, wie z.B. eine vertraute Umgebung, Menschen die ich kenne, wegfällt und so mein „Sein“(Ich) im positiven wie auch im negativen für mich viel deutlicher werden kann. In diesem Sinne auch neues, unbekanntes Erfahren. Vielleicht dann von altem Abstand nehmen, weil sich mir ein neuer Blick eröffnet hat und neues, bisher unbekanntes in mich aufnehmen. Reisen, als ein Spiel zwischen persönlicher Freiheit und Anpassung. Mir sind unzählige Weg offen, ich habe (fast) alles im Rucksack was ich brauche, ich muss aber eine enorme Aufmerksamkeit haben für das, was schon vor mir, vielleicht seit Jahrhunderten an Lebenskultur vorhanden ist. Wie lebt man hier? Wie geht’s man miteinander um? Wie Gestaltet man den Tag? Was sind Traditionen die nicht brechen möchte? Also ein „Verständnis des fremden Wollens“ entwickeln, aber meine „Liebe zum Handeln“ nicht verlieren.

Ich hoffe wir kommen regelmäßig ans Internet hier etwas zu berichten. Wobei es eigentlich auch schön ist, wenn man davon einmal Abstand nimmt und somit vieleicht auch im Bewusstein noch mehr vor Ort ist.

Montag, 27. April 2009

Die ersten Reiseziele

Hier eine Google-Karte mit unseren ersten Reisezielen. Wenn du auf die "Fähnchen" klickst sollten ein paar Infos zu den Ort kommen.


Die erste Reiseetappe auf einer größeren Karte anzeigen